Holzgau will vollen Ideenpool ausschöpfen: Bauplätze gegen Abwanderung

Gemeinde hat Bürgerbeteiligungsprozess eingeläutet und will Abwanderung durch neue Bauplätze stoppen.

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In Holzgau werden die Weichen für die nahe Zukunft gestellt. Auch der Abwanderung soll aktiv gegengesteuert werden.
© zoom.tirol

Von Simone Tschol

Holzgau – „Mehr Menschen haben mehr Ideen“, erklärt der Holzgauer Bürgermeister Florian Klotz die Initialzündung für den von ihm gestarteten Bürgerbeteiligungsprozess „Holzgau 2030“. In einzelnen Workshops – jener am Freitag fiel Corona-bedingt leider aus – sollen sich alle Bürger in die Entscheidungen über die Zukunft des Ortes einbringen. Klotz: „Es kann wirklich jeder mitmachen. Und zehn Jahre sind ein Zeitraum, unter dem man sich was vorstellen kann. Wir haben das bei unserer Gemeinderatsliste auch gemacht, nur eben auf sechs Jahre. Und wir haben inzwischen fast alle Vorhaben umgesetzt. Man sieht also: Es funktioniert.“

Ein Projekt, das bereits greifbar und für die Lechtalgemeinde ebenfalls zukunftsweisend ist, ist jenes für das „Betreute Wohnen Lechtal“. Der Pflegestrukturplan des Landes sieht neben dem Pflegeheim-Neubau in Ehenbichl und der Erweiterung des Seniorenzentrums in Reutte auch die Schaffung von betreutem Wohnen in den Talschaften vor. Die Alpenländische Gemeinnützige Wohnbau GmbH wird deshalb in Holzgau ein Objekt realisieren, welches sechs Wohneinheiten für betreutes Wohnen, vier Startwohnungen und vier normale Wohnungen beinhaltet. „Wir haben in den letzten zehn Jahren durch Abwanderung zirka 100 Einwohner verloren. Deshalb sind in dem Projekt auch Startwohnungen für junge Holzgauer geplant“, erklärt Klotz. Der Bürgermeister ist sich aber bewusst, dass die Wohnungen allein nicht reichen werden, um die Einwohnerzahl von derzeit 370 konstant zu halten oder gar zu erhöhen. Bauplätze könnten das Problem lösen, jedoch verfügt auch hier die öffentliche Hand über keine geeigneten Flächen. Klotz: „Wir sind aber gerade dabei, dies zu ändern. Wenn alles glattläuft, könnten bald 20 neue Bauplätze zur Verfügung stehen.“

Auch über die Entwicklungsmaßnahmen am Gföllberg seien Gespräche zu führen. Der Schlepplift direkt im Zentrum der Gemeinde wird von den Skiliften Warth betrieben. Was daraus werden könnte, ist noch unklar. Die Gemeinde als Mehrheitseigentümer will den Skilift aber auf jeden Fall erhalten.

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