Lehrergewerkschafter zu Schulen: „Bräuchten klare Regelungen“

Lehrergewerkschaftschef Paul Kimberger attestiert ein „Kommunikationsdesaster“ zu Lasten der Betroffenen.

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Von Karin Leitner

Wien – „Wir bräuchten in einer so bedrohlichen Situation klare schulische Regelungen – und kein politisches Kommunikationsdesaster“, sagt Lehrergewerkschaftschef Paul Kimberger, von der TT zur Lage der Bildungseinrichtungen befragt. „Alle möglichen politischen Bildungsexperten melden sich zu Wort, sie hantieren mit Begriffen, von denen sie oft gar nicht wissen, was sie bedeuten, wenn sie ,Hybrid-Unterricht‘ und ‚Distance Learning‘ sagen. Das schafft ein hohes Maß an Verunsicherung.“ Und das mit den „Lernpaketen“ für jene Schüler, die zuhause bleiben, sei für manche „ein Marketing-Gag in der Öffentlichkeit“.

Wen meint Kimberger damit? „Begonnen hat das mit der Aussage des Salzburger Landeshauptmanns Wilfried Hauslauer, der gesagt hat, die Schulen würden in seinem Bundesland geschlossen. Dann hieß es vom Ministerium, das sei nicht der Fall. Dann sagten Landesbildungsreferenten, was zu tun sei – oder auch nicht. Die Verunsicherung ist groß.“ Es kämen Anweisungen, „die nicht der gültigen Covid-Schulverordnung entsprechen. Parallel Präsenzunterricht und Distance Learning ist nicht vorgesehen.“ Abgesehen davon, dass beides für Lehrerinnen und Lehrer organisatorisch gar nicht möglich sei: „Wir müssen Druck aus dem System nehmen. Im Mittelpunkt darf jetzt nicht die Leistungsbeurteilung in Form von Tests oder Schularbeiten stehen. Es geht nun nicht um neuen Stoff, sondern um den Gesundheitsschutz für die Kinder – und psychologische Hilfe.“

Dahingehend hat Kimberger Bedenken: „Dass zweimal pro Woche an den Schulen PCR-getestet wird, soll erst kommen.“ Es sei zu befürchten, „dass die schulischen Maßnahmen nicht ausreichen, um die Inzidenz-Zahlen, die unter Kindern und Jugendlichen besonders hoch sind, nach unten zu bringen. Ein großes Problem ist ja auch, dass das Contact Tracing vielerorts nicht mehr funktioniert oder zu lange dauert.“

Auch angesichts dessen, dass Fachleute sagen, ein Lockdown bringe ob Schulen, in denen Menschen aus vielen Haushalten zusammenkommen, nichts: Sollte in diesen abseits von Betreuung von Schülern, die dieser bedürfen, mit dem Betrieb vorerst nicht Schluss sein? „Das ist eine gesundheitspolitische und keine pädagogische Entscheidung. Es gibt jedenfalls Zweifel, dass die jetzigen Maßnahmen an den Schulen reichen“, sagt Kimberger.

Hätte es nicht längst Impfpflicht für Pädagogen geben sollen? „Wir haben hier den Weg der Aufklärung und Motivation gewählt, damit eine Quote weit über 80 Prozent erreicht. Also eine höhere als in vielen anderen Berufsgruppen.“

📽️ Video | Homeschooling oder Präsenzunterricht?


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