Lifebrain zu PCR-Gurgeltests in Tirol: „Hätten die Kapazitäten"

In Tirol wird das PCR-Gurgelselbsttest-System wohl noch etwas länger auf sich warten lassen. Das Land bastelt jetzt mit Labor und Handelsgeschäften an eigener logistischer Lösung. Das Großlabor Lifebrain hätte laut eigenen Angaben die Kapazitäten das Testprogramm mit 1. Jänner 2022 zu übernehmen.

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Das Land Tirol versucht jetzt, selbst mit zwei Lebensmittelkonzernen die Logistik für ein flächendeckendes Gurgelsystem aufzubauen.
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Innsbruck – Mit den flächendeckenden Corona-Tests ist es so eine Sache: In den vergangenen Tagen gab es immer wieder Probleme mit der Auswertung, Betroffene, wie der Tiroler FPÖ-Chef Markus Abwerzger, mussten oft tagelang auf ein Ergebnis warten. Abwerzger hatte Corona, zuletzt ging es darum, ob er noch positiv sei. Nach 48 Stunden trudelte Montag die Auswertung ein: Er ist nicht mehr positiv.

Probleme gab es dann am Montag noch bei den Apotheken. Denn bei der Einmeldung der Corona-Tests in das österreichweite Portal „Österreich testet“ kam es zu längeren Verzögerungen. Darüber hinaus sind die Labore am Limit, wegen der vielen Testanforderungen.

Eigentlich sollten in diesen Tagen bereits flächendeckend PCR-Gurgeltests in Tirol angeboten werden. An 200 Standorten von Lebensmittelgeschäften wollte man die Testkits deponieren. Die Menschen können sich dort PCR-Testkits abholen, zuhause gurgeln und den Test bei einer Sammelstelle wieder abgeben.

Lifebrain: Aktuell keine Kooperation mit Land Tirol

Über die Bundesbeschaffungsagentur des Bundes hat das Land Tirol den Anbieter ausgewählt: Zuerst das Salzburger Labor Novogenia, das sich dann allerdings außerstande sah, den Auftrag abzuwickeln. Deshalb wurde er dann an das Wiener Großlabor Lifebrain vergeben.

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Es gebe aber aktuell keine Kooperation zwischen dem Land Tirol und Lifebrain, heißt es in einem Statement des Labors.

Lifebrain hätte ohne weiteres die Kapazität, die PCR-Gurgeltests mit 1.1. 2022 für das Land Tirol durchzuführen, heißt es weiters. "Für ein zuverlässiges Abwickeln von Logistik und Analyse braucht es allerdings ausführliche Gespräche und direkte Verhandlungen mit der Landesregierung über alle Details der Abwicklung", so Lifebrain.

Derartige Gespräche hätten bis dato nicht stattgefunden. Vorbehaltlich entsprechender Vereinbarungen mit der Landesregierung / Landeshauptmann Platter hätte Lifebrain ohne weiteres die Kapazitäten, das Testprogramm mit 1.1.2022 zu übernehmen.

Rizzoli: "Basteln an einer eigenen Lösung“

Auf Anfrage der Tiroler Tageszeitung bestätiget der Leiter des Krisenmanagements im Land, Elmar Rizzoli, diese aktuell unbefriedigende Situation. „Aber wir basteln an einer eigenen Lösung.“ Gemeinsam mit zwei Lebensmittelkonzernen wird versucht, eine Logistikschiene aufzubauen, die Auswertung der Gurgeltests soll dann ein in Tirol ansässiges Labor übernehmen. „Wir sind laufend in Gesprächen“, sagt Rizzoli.

Was die Dauer der Testauswertungen betrifft, gibt es laut Rizzoli durchaus Unterschiede. Die Bandbreite sei allerdings groß, er hofft, dass sich die Situation in den nächsten Tagen generell verbessern wird. (TT.com, pn)


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