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Erste Bilanz: Herdenschutz im Oberland am Prüfstand

Die Bauern ziehen eine erste Bilanz bei den Herdenschutzprojekten des Landes. Sie hätten gut funktioniert, aber es gibt Nachteile. Auch der Weidezaun forderte Opfer.

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Vom Hirtenhund bewacht: Im Sommer zogen die Herden über den Spisser Schafberg.
© Peter Wille

Von Matthias Reichle

Pfunds, Spiss, Ladis, Fließ – Los ging es mit einem Bärenangriff – zahlreiche gerissene Schafe, Tiere, die sich in Panik über den Berg versprengten. Und das ausgerechnet zum Start des Herdenschutzprojekts am Lader Heuberg. Der stand im heurigen Frühjahr unter keinem guten Stern. Der „Worst Case“ war eingetreten.

Das Land testete auf drei Musteralmen im Oberland, ob es möglich ist, die Tiere mit gezielter Weideführung vor den großen Beutegreifern zu schützen: am Lader Heuberg, dem Spisser Schafberg und in Nauders. Inzwischen sind die Schafe wieder in ihren Ställen. Bleibt die Frage, wollen die Bauern weitermachen?

Der Lader Almpächter Gerhard Köhler sieht keine andere Alternative, wenn man die Almen weiter bewirtschaften will. „Wenn man nicht auffährt, dann verwildert alles.“ Und der Wolf? „Der hat trotzdem Hunger“, sagt der Almbewirtschafter, der im Frühjahr einer der Ersten bei den toten Schafen war. „Man wird beim Herdenschutzprojekt sicher weitermachen“, erklärt er. Und es habe auch gut funktioniert, wenngleich es viel Arbeit war. „Die Auftreiber werden fast alle wieder mitmachen.“


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