Braunau, Osttirol und Co.: Je weniger geimpft wird, desto höher die Inzidenz

Derzeit haben in Österreich acht Bezirke eine Sieben-Tage-Inzidenz von über 2000. Alle haben gemeinsam, dass sie eine schlechte Durchimpfungsrate aufweisen.

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Je mehr Menschen in einem Bezirk geimpft sind, umso geringer sind die Inzidenzwerte.
© Thomas Böhm

Wien – Dass in der vierten Corona-Welle ein Zusammenhang zwischen der Schutzimpfung gegen Covid-19 und den Infektionszahlen offensichtlich gegeben ist, zeigt sich, wenn man einen Blick auf die am stärksten betroffenen Bezirke wirft. Derzeit gibt es in Österreich acht Bezirke, deren Sieben-Tage-Inzidenz (Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen je 100.000 Einwohner, Anm.) über 2000 liegt. Sie weisen durchwegs schlechte Impfzahlen auf.

Bei der österreichweit höchsten Sieben-Tage-Inzidenz hält dem Dashboard der AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, Anm.) zufolge im Moment der Bezirk Lienz mit 2.437,8 (Stand: 23. November). Beim Impfen liegt Osttirol deutlich unter dem Österreich-Schnitt – die Durchimpfungsrate, die anhand aktiver Impfzertifikate berechnet wird, beträgt den Daten des Gesundheitsministeriums zufolge 59,97 Prozent. Das ist der sechstschlechteste Wert aller 94 Bezirke. Negativer Spitzenreiter ist in dieser Hinsicht Braunau in Oberösterreich mit 54,82 Prozent, wo die Sieben-Tage-Inzidenz 2.124,1 beträgt.

Höhere Durchimpfung führt zu niedrigeren Inzidenzen

Neben Braunau haben drei weitere oberösterreichische Bezirke Inzidenzen jenseits der 2000er-Marke, nämlich Ried im Innkreis (2.237,7), Schärding (2.104,9) und Vöcklabruck (2.079,8). Die Durchimpfungsraten in den genannten Bezirken liegen weit unter dem Durchschnitt – in Österreich haben 66,08 Prozent der Gesamtbevölkerung ein aktives Impfzertifikat. In Vöcklabruck sind es 59,83 Prozent, in Schärding 60,63 Prozent und in Ried im Innkreis 61,44 Prozent.

Über 2000 Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen je 100.000 Einwohner weisen auch die Salzburger Bezirke Hallein (2.113,4) und Salzburg – Umgebung (2.046,9) sowie Wolfsberg in Kärnten (2.143,3) auf. Wenig überraschend ist auch dort die Impfbereitschaft gering. In Hallein beträgt die Durchimpfungsrate 58,06 Prozent, in Salzburg – Umgebung 61,61 Prozent und in Wolfsberg 62,00 Prozent.

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Zum Vergleich: Die drei Bezirke mit den höchsten Impfquoten – Oberpullendorf (75,82 Prozent) und Eisenstadt-Umgebung (74,41 Prozent ) im Burgenland sowie Mistelbach (75,41) in Niederösterreich – halten bei Sieben-Tage-Inzidenzen, die deutlich unter dem Österreich-Schnitt von derzeit 1107,1 liegen. Mistelbach weist eine Inzidenz von 552,2 auf, Oberpullendorf 766,3 und Eisenstadt – Umgebung 875,5. Der Bezirk mit der gegenwärtig niedersten Inzidenz in ganz Österreich ist Gänserndorf im Weinviertel mit 463,0. Die Durchimpfungsrate ist mit 71,72 Prozent – wenig überraschend – signifikant über dem Schnitt. (APA)


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