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Uni Innsbruck beteiligt: Eine Finanzstudie, 164 Forscher, 164 Ergebnisse

Eine Untersuchung unter Beteiligung der Uni Innsbruck mit Daten der Deutschen Börse zeigt: Ergebnisse von Finanzstudien hängen stark vom Forschenden ab.

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Ein Datensatz der Deutschen Börse mit 720 Millionen Transaktionen wurde insgesamt 164 internationalen Forscherteams zur Verfügung gestellt.
© APA/dpa/Arne Dedert

Von Max Strozzi

Innsbruck – Wie verlässlich sind Forschungsergebnisse in der Finanzwelt? Dieser Frage sind das Institut für Banken und Finanzen der Universität Innsbruck, die Stockholm School of Economics und die Vrije Universiteit Amsterdam auf den Grund gegangen. Konkret wurde dabei ein Datensatz der Deutschen Börse mit 720 Millionen Transaktionen (aus den vergangenen 17 Jahren) insgesamt 164 internationalen Forscherteams zur Verfügung gestellt. Die Teams sollten anhand dieser Daten unabhängig voneinander dieselben sechs Fragestellungen analysieren.

Fazit: „164 Teams wählten 164 unterschiedliche Analysepfade und kamen zu 164 verschiedenen Ergebnissen“, schildert Jürgen Huber, Finanzprofessor an der Uni Innsbruck, der an der Untersuchung beteiligt war. Bei jeder der sechs Fragestellungen gab es Forscher, die zu einem bestimmten Ergebnis kamen, während andere gleichzeitig zu dem genau gegenteiligen Ergebnis kamen. Das zeige, dass die Forscher durch ihre Herangehensweise und Methodik ungewollt ein Studienergebnis beeinflussen. „Das geschieht nicht aus Absicht, sondern weil jeder Forscher in seinen Analysen viele kleine Entscheidungen treffen muss“, erklärt Huber. Und die Forscher würden auch die Streuung der Studienergebnisse über die 164 Teams hinweg sehr stark unterschätzen.


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