Plus

Analyse zum Billig-Mode-Boom: Ein Berg an Klamotten

  • Artikel
  • Diskussion (8)
Irene Rapp

Analyse

Von Irene Rapp

Die Bilder der eingestürzten Fabrik mit über tausend getöteten Textilarbeiterinnen in Dhaka in Bangladesch sind vergessen. Dafür gibt es neuere Bilder, die für das stehen, was auf dieser Welt alles schiefläuft. Mitten in der chilenischen Atacama-Wüste häufen sich Klamottenberge. Tonnen von Ware, die nie in den Geschäften landete. Weil die Textilriesen dieser Welt zu viel produzierten. Weil sie wegen Corona auf ihren Beständen sitzen bleiben. Die bizarren Aufnahmen sorgten vor wenigen Tagen für Aufsehen. Wieder einmal.

Es wäre aber zu einseitig, die Schuld für den Wegwerfmode-Wahn nur bei den Produzenten zu suchen. Im Schnitt erstehen Konsumenten heute in Österreich um 60 Prozent mehr Kleidung als vor 15 Jahren, getragen wird diese allerdings nur halb so lang bzw. gar nicht. Sei es, weil ein Stück nicht mehr gefällt. Sei es, weil die Qualität zu wünschen übrig lässt. 57 Stück Klamotten kauft jeder Österreicher im Schnitt pro Jahr. Und lädt damit viel Schuld an Umweltbelastung und Ausbeutung auf sich.


Kommentieren


Schlagworte