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Leitartikel zu Schul-Verordnung: Bildungspolitischer Rückwärtssalto

Distance Learning ab dem zweiten Corona-Infektionsfall pro Klasse: Die schwammige Verordnung, mit der das Offenhalten der Schulen reglementiert werden sollte, wurde von der Wirklichkeit ad absurdum geführt.

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Mario Zenhäusern

Leitartikel

Von Mario Zenhäusern

Am vergangenen Freitag verkündeten Bundeskanzler Alexander Schallenberg (ÖVP) und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne), assistiert von den Landeshauptleuten Günther Platter (ÖVP) und Michael Ludwig (SPÖ), die Einigung auf einen dreiwöchigen generellen Lockdown und die Einführung der allgemeinen Impfpflicht ab Februar 2022. Die Schulen, hieß es damals, blieben geöffnet. Der Präsenzunterricht sei ihm sehr wichtig, sagte Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP), schränkte aber gleichzeitig ein, dass Kinder auch zu Hause bleiben können, sofern sie dort betreut werden.

Was nach einem typisch österreichischen Kompromiss zwischen Offenhalten mit Präsenzunterricht und Zusperren mit Distance Learning klang, war in Wahrheit lediglich das Herumdrücken um eine klare Entscheidung – und ist seit gestern ohnedies Schnee von gestern. Ab sofort werden die Schulklassen nämlich ab dem zweiten Corona-Infektionsfall für mindestens fünf Tage nach Hause geschickt. Angesichts der epidemiologischen Lage und der gerade unter ungeimpften Kindern beziehungsweise Minderjährigen rasant steigenden Zahl an Neuinfektionen dürfte damit der Anteil der Klassen, die ins Distance Learning wechseln müssen, sprunghaft ansteigen.


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