Kristina Hammer wird neue Präsidentin der Salzburger Festspiele

Die in der Schweiz tätige Marketingexpertin folgt Anfang 2022 Helga Rabl-Stadler.

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Kristina Hammer wird die neue Präsidentin der Salzburger Festspiele.
© BARBARA GINDL

Salzburg – Die Überraschung war groß: Die neue Präsidentin der Salzburger Festspiele heißt Kristina Hammer. Das fünfköpfige Kuratorium hat sich nach der Anhörung der verbliebenen Kandidatinnen und Kandidaten am Mittwoch für die selbstständige Marketing-Fachfrau entschieden. Sie folgt mit Jahreswechsel Helga Rabl-Stadler, die die Geschicke der Festspiele 27 Jahre lang geleitet hat. 32 Interessenten hatten sich um die Funktion beworben.

Das Direktorium der Festspiele besteht damit ab Jänner 2022 aus der gelernten Juristin Hammer, dem (künstlerischen) Intendanten Markus Hinterhäuser und dem Kaufmännischen Direktor Lukas Crepaz. Ehe die designierte neue Präsidentin 2010 ihre eigene Beratungsfirma "HammerSolutions" gründete arbeitete sie u.a. für das Kaufhaus Gerngross und Mercedes-Benz.

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Sechs Kandidaten kamen ins Hearing, die Entscheidung der fünf stimmberechtigten Kuratoriumsmitglieder sei einvernehmlich auf Kristina Hammer gefallen, sagten Kuratoriumsmitglied Landeshauptmann Wilfried Haslauer und Kuratoriumsvorsitzender Jürgen Meindl. Diese Entscheidung kam für Beobachter überraschend, galt doch die Salzburger Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf (ÖVP) als klare Favoritin, während Hammer nirgends auf dem Radar war. Die zukünftige Aufgabe für die Unternehmerin, die in ihrem beruflichen Werdegang auch in der Marketing-Kommunikation von Premium-Marken in der Automobilindustrie tätig war, habe nun die Premium-Marke "Salzburger Festspiele" zu schützen und auszubauen, sagte Haslauer. Das Kuratorium traue ihr die dafür auch notwendige soziale Kompetenz zu.

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Als Kristina Hammer dann zum Mikrofon griff, erklärte sie, die Salzburger Festspiele hätten eine enorme Strahlkraft, die weit über die Stadt und das Land hinausgehe, und auf diese Stärke wolle sie aufbauen. Ihr gehe es auch darum, Brücken zu bauen, das liege ihr sehr am Herzen. Ihr gehe es weiters auch um ein Miteinander, um die Ermöglichung und Erweiterung eines Dialoges. Die Kunst als Rolle des gesellschaftlichen Zusammenfindens auf Basis des humanitären Gedankens sei gerade in Zeiten wie diesen sehr wichtig. Sie wolle auch mit den Zuschauern und mit den Salzburgern in einen Dialog treten, und es seien noch ein paar Baustellen offen. Was sie damit meinte, sagte sie nicht, vermutlich verwies sie damit auf die bevorstehende Generalsanierung der Festspielhäuser.

Die Unternehmerin geriet ins Schwärmen, als sie über Salzburger Festspiele und Salzburg zu sprechen kam. Sie habe bereits als Kind mit ihren Eltern und Großeltern die Salzburger Festspiele besucht, Dirigent Herbert von Karajan bei Proben beobachten dürfen und das Debüt von Anne-Sophie Mutter miterlebt, "das hat mich sehr bewegt." Sie habe eine große Leidenschaft für Kunst, Oper und Konzert. Die Mutter von zwei Kindern, die mit einem Österreicher verheiratet ist, wird im nächsten Jahr nach Salzburg übersiedeln. (APA)


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