Kristina Hammer will „nach außen und nach innen wirken"

Die deutsche Marketing-Fachfrau Kristina Hammer folgt Anfang 2022 auf Helga Rabl-Stadler als Präsidentin der Salzburger Festspiele.

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Kristina Hammer wird 2022 Präsidentin der Salzburger Festspiele.
© Benjamin Parth

Salzburg – Sie hat an Karajan erinnert und an die damals blutjunge Festspiel-Debütantin Anne-Sophie Mutter. Und sie hat wörtlich Wolfgang Rihm zitiert. Das ist als vertrauensbildende Maßnahme alles andere als ungeschickt. Auch dass es nach längerem, etwas betretenem Schweigen ausgerechnet Helga Rabl-Stadler, die nach 27 Amtsjahren scheidende Präsidentin der Salzburger Festspiele, war, die mit der ihr eigenen resoluten Art aus dem Bild der online übertragenen Pressekonferenz stampfte, um ihre Nachfolgerin aufs Podium zu holen, passt ins Bild: Gestern wurde die in Deutschland geborene und derzeit in Zürich lebende Marketing-Fachfrau Kristina Hammer als künftige Festspiel-Präsidentin präsentiert. Sie tritt die Funktion am 1. Jänner 2022 an. Mit Intendant Markus Hinterhäuser und dem kaufmännischen Direktor Lukas Crepaz bildet sie dann das Direktorium der Festspiele. Ihr Vertrag läuft vorerst für fünf Jahre.

Bestellt wurde Hammer vom Festspiel-Kuratorium unter dem Vorsitz von Jürgen Meindl, Sektionschef im Kulturministerium. Nicht zuletzt wegen der ÖVP-Mehrheit im Gremium, dem neben Landeshauptmann Wilfried Haslauer und Salzburgs Bürgermeister Harald Preuner (beide ÖVP) auch die frühere Finanzministerin Maria Fekter angehört, wurde zuletzt die Präsidentin des Salzburger Landtags, Brigitta Pallauf, als Kandidatin für den Posten an der Spitze des größten österreichischen Kulturfestivals gehandelt. Sowohl Meindl als auch Haslauer unterstrichen, dass der Auswahlprozess ergebnisoffen gestaltet war und sich an internationalen Standards orientierte. Die zentralen Aufgaben der neuen Festivalpräsidentin fasste Landeshauptmann Haslauer wie folgt zusammen: „Sie soll die Festspiele nach außen vertreten – und nach innen wirken.“ Auch das Anwerben von Sponsoren und Mäzenen ist in Salzburg Sache der Präsidentin. Allein für die vergangene Spielzeit hat Helga Rabl-Stadler 10,3 Millionen Euro für die Festspiele akquiriert, 1,3 Mio. mehr als im Budget veranschlagt.

Die 52-jährige studierte Juristin Kristina Hammer setzte sich gegen 32 MitbewerberInnen durch, 22 davon stammten aus Österreich. Die letzten Hearings für die Präsidentschaft fanden am Dienstag und gestern Vormittag statt. Die Entscheidung fiel einstimmig aus.

Kristina Hammer leitet seit 2010 die Zürcher Unternehmensberatung „HammerSolutions“, davor arbeitete sie unter anderem für die österreichische Kaufhauskette Gerngross, etwa als Leiterin des Wiener „Steffl“, und als Markenmanagerin verschiedener britischer und deutscher Automobilhersteller.

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Über ihre Vorhaben als neue Festspielpräsidentin wollte sie gestern keine allzu detaillierten Aussagen machen. Zunächst gelte es, in Salzburg „anzukommen und zuzuhören“. Es sei ihr Ziel, den Dialog zwischen den Festspielen, dem Publikum und der Öffentlichkeit zu erweitern, sagte Hammer, die auch im Förderverein des Opernhauses Zürich engagiert ist. Dabei könne die Kunst den gesellschaftlichen Zusammenhalt auf Basis humanitärer Grundsätze stärken. „Ich glaube, das wird in Zukunft eine ganz, ganz wichtige Rolle spielen“, sagte sie. (jole)


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