NEOS-Generalsekretär Hoyos: „Faßmann setzt sich für Kinder ein“

NEOS-Generalsekretär Douglas Hoyos behagt, dass es trotz der Lage Präsenzunterricht gibt, der anderweitige Lockdown missfällt ihm.

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NEOS-Generalsekretär Hoyos zu den Impf-Ansichten des Ex-Parteichefs: „Ich beschäftige mich wenig damit, was Matthias Strolz twittert.“
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Von Karin Leitner

Wien – Heinz Faßmann ist wohl Top-Mann der NEOS in der Regierung – er findet wie diese gut, die Schulen trotz Lockdowns offen zu halten, nicht wahr Douglas Hoyos? Der Generalsekretär der Pinken lacht ob dieser Frage der TT. Seine Antwort: „Man muss auch einmal loben.“ Der ÖVP-Bildungsminister „setzt sich für Kinder und Jugendliche ein, auch wenn das eine Zeit lang gedauert hat“.

Wie kann ein Politiker Präsenzunterricht verantworten – angesichts der steigenden Zahlen Corona-Infizierter an Schulen? „Natürlich müssen diese sicher sein – durch PCR-Tests und Maskenpflicht.“ Zur Sorge von Eltern, die zwischen Angst vor Infektion der Kinder und Bildungsdefiziten schwanken, sagt er: „Diese ist ernst zu nehmen.“ Dass viele verunsichert seien, nicht wüssten, was Sache sei, liege auch am „Chaos“ – abseits von Wien, wo die NEOS mit der SPÖ koalieren, befindet Hoyos: „Es wurde zu wenig, zu schlecht kommuniziert.“

Im Bund von der Opposition aus zu wettern, ist einfach – was hätten NEOS als Regierende getan? „Wir hätten schon im Sommer versucht, die Impfquote zu erhöhen.“ Zum Vorhalt, dass Ex-NEOS-Chef Matthias Strolz dies konterkariert („Genesen, hohe Antikörper, weiter wachsend. Nach breiter ExpertInnenmeinung bin ich immun. Nun geimpft, unter Zwang, ohne medizinische und epidemiologische Notwendigkeit, weil sonst beruflich blockiert“), sagt Hoyos: „Ich beschäftige mich wenig damit, was er twittert. Die Impfung ist das Einzige, das uns aus der Pandemie bringt.“ Wie wertet er Strolz’ Beratertätigkeit für Faßmann? „Der Vertrag läuft meines Wissens nach nicht mehr. Es ist auch nicht relevant, ob der läuft.“

Wie sieht Hoyos den Lockdown? „Man hätte einen anderen Weg gehen können. Mit Beschränkung der Nachtgastronomie, 2 G plus und Maskenpflicht. Die Regierung kann aber auch nach 20 Monaten offenbar nur die Ultima Ratio.“ Werden NEOS dessentwegen zum Höchstgericht gehen? „Ich gehe davon aus, dass das andere tun.“

Und was die Impfpflicht – sie soll laut Türkis-Grün ab Februar gelten – anlangt: „Wir sind bereit, darüber zu verhandeln. Es ist aber zu schauen, welche gelinderen Mittel es gibt. Eine Ersatzfreiheitsstrafe ist jedenfalls schwer vorstellbar.“

Der Tiroler NEOS-Chef Dominik Oberhofer hat im Sommer gesagt, eine Koalition der Pinken mit den Roten im Bund sei denkbar, aber nur ohne Pamela Rendi-Wagner an der Spitze der Sozialdemokraten. Sieht Hoyos das auch so? „Das ist nicht unsere Frage. Wir werden einer anderen Partei den Spitzenkandidaten nicht vorschreiben.“


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