Ungewisse Zukunft für den Wolf in Tirol: Beschwerde gegen Abschuss-Bescheid

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Der Wolf in Tirol blickt einer ungewissen Zukunft entgegen.
© dpa/Mirgeler

Innsbruck – Aufgrund „fehlender Voraussetzungen“ reichen der Naturschutzbund Österreich und der Umweltdachverband Beschwerde gegen jenen Bescheid ein, der den Abschuss des Tiroler Problemwolfs „118MATK“ legitimieren soll. Für eine Ausnahme vom Schutzstatus müsse unter anderem ein spezifisches Problem mit dem Abschuss gelöst werden können, gelindere Mittel nachweislich ausgeschlossen sein und es dürfe der Erhaltungszustand des Wolfes nicht gefährdet werden. Naturschutzbund und Umweltdachverband sehen diese drei Voraussetzungen als nicht erfüllt an.

„Die grundsätzliche Möglichkeit eines Abschusses wird von uns nicht in Frage gestellt – sie darf allerdings nur im tatsächlichen Ausnahmefall zum Einsatz kommen“, betont Lucas Ende, Artenschutzkoordinator beim Naturschutzbund. Ein Wolf könne nicht zwischen erlaubter Beute wie einem Reh und unerlaubter Beute wie einem Schaf unterscheiden. „Die Wahrscheinlichkeit, auf ungeschützte Schafe zu treffen, ist für einen Wolf in Tirol ziemlich hoch – eine spezielle Verhaltensänderung nicht erforderlich“, so Ende. Daher wäre durch den Abschuss dieses Wolfes die Gefahr von Übergriffen durch andere, zuwandernde Wölfe nicht abgewendet. Vielmehr müsse man auf Herdenschutzmaßnahmen setzen.

Lob für genau diese kommt gestern von den Landes-Grünen. Die Pilotprojekte im Oberland hätten spannende Erkenntnisse gebracht und seien deshalb schon ein Erfolg“, so der grüne Landwirtschaftssprecher LA Georg Kaltschmid. (TT)


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