Geballte Tirol-Power für Österreich im Duell gegen die Engländerinnen

Auf das ÖFB-Frauenteam wartet der WM-Quali-Schlager in England (Samstag). Ein Tirol-Quintett sorgt im rot-weiß-roten Kader für eine Premiere, die gleichzeitig Ansporn für den Nachwuchs sein könnte.

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Fünffache Tirol-Power im ÖFB-Frauenteam – Nicole Billa, Maria Plattner, Jasmin Pal, Katharina Schiechtl und Lena Triendl (v. l.).
© ÖFB/Bell

Von Alex Gruber

Bad Tatzmannsdorf – Neben Deutschlands Fußballerin des Jahres und Torjägerin Nicole Billa (72 Länderspiele/36 Treffer) und der routinierten Bremen-Legionärin Katharina Schiechtl (55/6) strahlen dieser Tage im Burgenland auch Maria Plattner (3/0), Torfrau Jasmin Pal (1) und „Küken“ Lena Triendl (0) mit der Sonne um die Wette.

„Es ist cool, dass man im Team wieder Tiroler Dialekt reden kann“, lacht Kathi Schiechtl. Die 28-jährige Oberländerin verpasste zuletzt den ein oder anderen Lehrgang nicht nur wegen einer Fußverletzung, sondern auch wegen der strengen Corona-Auflagen in Bremen. „Ich hätte bei meiner Rückkehr zu Werder öfters in Quarantäne gehen müssen und so war es einfach schwer loszukommen.“ Im jetzigen Lehrgang fällt das gewohnte Doppelzimmer mit Nicole Billa flach, weil in Corona-Tagen alle ÖFB-Ladies ein Einzelzimmer bezogen haben.

Eine Ausnahmestellung im Team wie Tirol-Quintett genießt Billa. Die 25-jährige Angerbergerin schickt sich auf Sicht sogar an, Rekord-Nationalspielerin Nina Burger (109 Länderspiele) einzuholen. „So weit denken wir nicht. Das Wichtigste ist es, gesund zu bleiben. Die Belastung in den letzten Wochen war sehr hoch“, spielt sie auch auf schwere Champions-League-Einsätze mit Hoffenheim an. „Wir vertreten unser Bundesland ganz gut“, blickt Billa in die Tiroler Runde, ehe Duelle mit „Weltklassespielerinnen“ in England warten.

Die Axamerin Maria Plattner, Schwester des Götzner Unterhaus-Kickers Stefan, ist vor gut einem Jahr auch in die deutsche Bundesliga zu Turbine Potsdam übersiedelt, ein Kreuzbandeinriss stoppte sie aber zunächst auf dem Weg nach oben. Die 20-jährige Mittelfeldspielerin blickt nach drei Länderspiel-Einsätzen dennoch positiv nach vorne: „Irgendwann hat sich noch immer alles ausgezahlt.“ Die Studentin der Psychologie übersiedelte einst auch aus Tirol (LAZ Innsbruck) ins Nationale Frauenzentrum nach St. Pölten, wo sie die Matura abschloss, ehe sie ein Psychologie-Studium begann. Eine Studienrichtung, die St.-Pölten-Abgängerin und Ex-Wacker-Torfrau Jasmin Pal auch einschlagen möchte. Dabei ist sie schon diplomierte Krankenschwester und steht seit Sommer in Deutschland beim SC Sand unter Vertrag: „Am Anfang habe ich die Umstellung gespürt, es war aber sicher der richtige Schritt, weil man sich bei diesem Verein entwickeln kann. Beim ÖFB-Team hat sie Arsenal-Torhüterin Manuela Zinsberger vor der Brust. Dennoch: „Ich will nicht nur da sein, sondern schon zeigen, dass ich bereit bin.“

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Das Tiroler Nesthäkchen ist Lena Triendl, die im Sommer ebenfalls zum SC Sand gewechselt ist: „Es war der Eintritt ins Profileben. Jetzt muss ich bestehen.“ Die 21-jährige Seefelderin hat ihr Chemie-Studium (fehlt nur noch die Bachelor-Arbeit) fast abgeschlossen, sie könnte vielleicht im zweiten WM-Quali-Match gegen Luxemburg debütieren.

„Wenn man trotz Gegenwind dranbleibt, zahlt es sich aus“, lässt Pal nachkommende Talente wissen. Mit Lili Purtscheller, Valentina Kröll (beide im ÖFB-Team auf Abruf), Hannah Fankhauser, Chiara Gstrein, Livia Pertl, Laura und Greta Spinn kommen sieben von 49 SchülerInnen der Frauen-Akademie in St. Pölten aus Tirol.


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