43 Jahre unschuldig im Gefängnis: Menschen spenden nach Freilassung

Eine der längsten unrechtmäßigen Inhaftierungen der US-Justizgeschichte sorgte für einen massiven Spendenbetrag. Mehr als 900.000 Dollar wurden für den 62-jährigen Kevin Strickland gesammelt.

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Symbolbild.
© Larry Farr/unsplash.com

Kansas City – Tausende Menschen haben für einen Mann, der mehr als vier Jahrzehnte unschuldig in den USA hinter Gittern saß, Geld gespendet. Bis Donnerstagmittag kamen auf einer Website im Netz mehr als 900.000 US-Dollar (rund 800.000 Euro) zusammen. Der 62-jährige Kevin Strickland war am Dienstag nach rund 43 Jahren Gefängnis im Bundesstaat Missouri entlassen worden. Er war 1979 wegen einer Gewalttat mit drei Toten zu lebenslanger Haft ohne Möglichkeit auf Bewährung verurteilt worden.

Auf eine Entschädigung hat der Mann keinen Anspruch. Dies wäre in Missouri nur möglich gewesen, wenn das Urteil aufgrund eines DNA-Beweises aufgehoben worden wäre, so die Organisation Midwest Innocence Project. Sie hatte auch die Freilassung Stricklands vorangetrieben und nun die Spendenkampagne für ihn ins Leben gerufen. "Nichts, was wir Ihnen geben, kann den Zeitverlust ausgleichen. Ich hoffe nur, dass Ihr Leben dadurch frei von finanziellen Sorgen wird", schrieb eine Spenderin auf der Website.

Stricklands Fall ist eine der längsten unrechtmäßigen Inhaftierungen der US-Justizgeschichte. Es gebe keine Beweise, dass Strickland tatsächlich am Tatort gewesen sei, zudem habe die damalige Hauptzeugin ihre Aussage widerrufen, hatte der zuständige Richter seine Freilassung begründet. Der 62-Jährige hatte stets seine Unschuld beteuert. Der Fall hat viele Menschen in den USA berührt. Strickland hatte das Gefängnis im Rollstuhl verlassen und angekündigt, nun endlich einmal das Meer sehen zu wollen. (APA/dpa)

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