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„Ein klares Bekenntnis zur Zeitgenossenschaft“

Irene Girkinger, derzeit Leiterin der Vereinigten Bühnen Bozen, wird ab 1. September 2023 Intendantin des Tiroler Landestheaters.

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Irene Girkinger ist seit 2012 Theaterintendantin in Bozen. 2023 wechselt sie nach Innsbruck.
© Gregor Khuen-Belasi

Innsbruck, Bozen – Kulturlandesrätin Beate Palfrader (ÖVP), um direkte Ansagen selten verlegen, hatte sich schon vor Wochen im TT-Interview weit aus dem Fenster gelehnt: Sie wünsche sich dezidiert eine Frau an der Spitze des Tiroler Landestheaters. So überrascht es wenig, dass mit gestrigem Tage tatsächlich eine Frau zur Nachfolgerin von Noch-Intendant Johannes Reitmeier bestellt wurde.

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Irene Girkinger, seit 2012 für die Vereinigten Bühnen Bozen in Personalunion künstlerisch und kaufmännisch verantwortlich, wird mit der Spielzeit 2023/24 die Leitung des Tiroler Landestheaters übernehmen.

Nach Reitmeiers Vorgängerin Brigitte Fassbaender (1999 bis 2012) steht somit wieder eine Frau an der Spitze des Mehrspartenhauses am Innsbrucker Rennweg, dem größten Theaterbetrieb in Österreichs Westen mit einem Budget von rund 30 Millionen Euro.

Jury wählte drei Kandidaten

Eine mit klingenden Namen besetzte Jury, darunter Ex-Burgtheaterchefin Karin Bergmann und der derzeitige Intendant des Münchner Residenztheaters, Andreas Beck, wählte aus 44 BewerberInnen drei für den finalen Vorschlag aus – allerdings ohne eine Reihung dieses Trios vorzunehmen.

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Es oblag somit den beiden politischen Eigentümervertretern, der eingangs erwähnten Landesrätin Palfrader für das Land Tirol und Bürgermeister Georg Willi (Grüne) für die Stadt Innsbruck, aus dem Dreiervorschlag auszuwählen. Ein wenig Diskussionsbedarf soll dabei schon bestanden haben, ehe die beiden Politiker „einhellig“ die Entscheidung für Irene Girkinger bekannt gaben. Die designierte Intendantin setzte sich gleich ans Tippgerät und stellte sich per Rundschreiben an die Theaterbelegschaft vor. Der Öffentlichkeit präsentieren wird sie sich beim Pressetermin übermorgen Montag.

In einer ersten Stellungnahme kündigte Girkinger gestern an, dass sich das Landestheater „in manchen Bereichen neu definieren“ werde. Sie möchte die „Zusammenarbeit der verschiedenen Sparten auf und hinter der Bühne verstärken“. „Das Tiroler Landestheater gibt unter meiner Leitung ein klares Bekenntnis zur Zeitgenossenschaft, Nachwuchsförderung, Diversität, Nachhaltigkeit sowie zu gesellschaftspolitisch relevanten thematischen Schwerpunkten ab“, wird die künftige Theaterleiterin in einer Aussendung des Landes zitiert.

Landesrätin Palfrader und Innsbrucks Bürgermeister Willi unterstrichen das „hervorragende regionale und internationale“ Netzwerk Girkingers. Besonders überzeugt habe die 45-Jährige „durch ihren Ansatz, das Theater verstärkt zur Stadt, zur Region und zu Europa hin zu öffnen und neue Publikumsschichten zu gewinnen“.

Irene Girkinger ist studierte Romanistin und gelernte Dramaturgin. Sie kommt – wie es so schön heißt – vom Sprechtheater. Das ist für das Landestheater, mit seiner großen musiktheatralen Tradition, ein Novum. Neu ist ab dem 1. September 2023 auch, dass das Tiroler Landestheater erstmals von einer Theatermacherin geleitet wird, die nicht selbst inszeniert, sondern bislang vornehmlich und durchaus erfolgreich im Hintergrund Regie führte. (jole, mark)


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