Entgeltliche Einschaltung

Museum des Monats: Altfinstermünz ins Rampenlicht gerückt

Die Kulturabteilung des Landes kürte die historische Wehranlage zum Museum des Monats November.

  • Artikel
  • Diskussion
Im Klausenturm von Altfinstermünz war zuletzt die Ausstellung „Der böse Weg“ zu sehen.
© Wenzel

Nauders – Mit einem klassischen Museum ist Altfinstermünz kaum vergleichbar. Trotzdem hat die Kulturabteilung des Landes kürzlich den Titel „Museum des Monats“ an die historische Wehranlage vergeben. Offiziell sei er darüber nicht verständigt worden, sagte der langjährige Altfinstermünz-Präsident Hermann Klapeer am Freitag. Freunde hätten ihn auf eine entsprechende Information auf der Homepage des Landes hingewiesen. „Das war es dann auch schon“, so Klapeer, der nicht unbedingt erfreut auf die Titelverleihung reagierte.

Entgeltliche Einschaltung

Als der Archäologe Harald Stadler mit Studenten 2005 das malerische Gebäude-Ensemble an der Römerstraße Via Claudia untersuchte, fand man kleine Würfel aus Tierknochen (14. oder 15. Jahrhundert), glasierte Keramikteile aus Bayern sowie einige Münzen. Das älteste Fundstück ist eine römische Münze – gefunden im Gelände unweit des wuchtigen Klausenturmes. Die aus Bronze gegossene Münze zeigt Kaiser Marc Aurel (121–180 n. Chr.).

Mit den spärlichen Funden allein könnte zwar eine Vitrine, aber keine museumswürdige Sammlung bestückt werden. Doch Altfinstermünz hat andere Qualitäten, wie die Kunsthistorikerin Sylvia Mader aufzeigt: „Die mittelalterliche Anlage selbst ist das Museum. Ein Freilichtmuseum, das mehrere zusammengehörige Gebäudekomplexe umfasst. Alles ist aufwändig restauriert worden – der Klausenturm mit zwei Stuben, der Brückenturm mit Wachstube, die Brücke, die Zollstation Sigmundseck sowie die Kapelle.“ Das bedeutendste mobile Kulturgut ist laut Mader der Altar in der 1604 erbauten Kapelle. Er stammt aus den Händen des Tiroler Barockbildhauers Andreas Thamasch (1639–1697).

Die Baugeschichte von Altfinstermünz reicht bis ins 9. Jahrhundert. Damals war es eine Gerichtsstätte für die Region Unterengadin, Nauders und Pfunds. Die erste urkundliche Erwähnung findet sich 1159 unter dem Begriff „Vinestana silva“, was „Wald von Finstermünz“ bedeutet. Es gibt auch eine etwas andere Übersetzung: „Wie sagen die Nauderer zu Schwarzgeld? – Finstermünz.“ (hwe)


Kommentieren


Schlagworte

Entgeltliche Einschaltung