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Dornauer und Abwerzger zweifeln an generellem Lockdown-Ende

SPÖ-Vorsitzender Dornauer und FPÖ-Chef Abwerzger diskutierten bei „Tirol Live“ über die Corona-Politik.

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Unterschiedliche Positionen, aber sachliche Debatte. Mit Peter Nindler (M.) diskutierten Markus Abwerzger (l.) und Georg Dornauer (r.).
© Falk

Innsbruck – Die SPÖ unterstützt den aktuellen harten Lockdown, die FPÖ kritisiert ihn massiv. Unterschiedlicher könnten die Positionen zwischen den beiden Oppositionsparteien SPÖ und FPÖ nicht sein. Bei „Tirol Live“ diskutierten Tirols SPÖ-Vorsitzender Georg Dornauer und FPÖ-Chef Markus Abwerzger über die derzeitigen Bruchlinien in der Corona-Politik. Was beide eint, ist die Skepsis, was das Ende des Lockdowns am 12. Dezember betrifft. An eine generelle Öffnung glauben sie nicht.

Dornauer hofft auf „halbwegs normale Weihnachten. Ich gehe aber davon aus, dass vorerst nur der Handel öffnen wird.“ Abwerzger beurteilt die Situation ähnlich, eine generelle Öffnung bezweifelt er. Obwohl er selbst von der Wirksamkeit der Impfung überzeugt ist – Abwerzger ist doppelt geimpft, war zuletzt aber infiziert – und sie für ihn zur Bekämpfung der Pandemie dazugehört, lehnt er eine Impfpflicht kategorisch ab. „Vielmehr wäre eine 1-G-Regelung zielführender, die auf Tests abstellt. Die Impfpflicht wird die Situation nicht verbessern.“

📽️ Video | Georg Dornauer und Markus Abwerzger in „Tirol Live“

Für Dornauer ist es hingegen eine „traurige Realität“, dass es eine Impfpflicht benötigt. Generell bedauert er, „dass wir uns als Gesellschaft in ein Eck hineinmanövriert haben. Eine Partei hat die Pandemie für beendet erklärt, die FPÖ schenkt den Impf- skeptikern Gehör.“ In dieser Phase agiere die SPÖ verantwortungsbewusst, stelle Oppositionspolitik zurück und versuche auf einer aufklärerischen Ebene tätig zu sein. „Das ist kein Schwenk von uns. Und ich denke, die Impfpflicht wird rechtlich möglich sein.“

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Abwerzger wehrt sich wiederum, Impfgegner pauschal zu verunglimpfen. „Ein Drittel der Demonstranten sind geimpft, aber gegen den Zwang, sich impfen zu lassen. Ihren Unmut muss man verstehen.“ Der FPÖ-Landesparteiobmann wirft der Bundes- und Landesregierung Versagen auf allen Ebenen vor, „nicht einmal ein Intensivbett gibt es mehr, die Mitarbeiter in den Spitälern sind am Limit.“

Das Pandemie-Management in Bund und Land sieht Georg Dornauer ebenfalls kritisch. „Aber jetzt geht es darum, die Gräben zuzuschütten. Dazu lade ich auch die FPÖ ein – fernab der politischen Linie von Parteiobmann Herbert Kickl.“ Es gehe darum, das Gemeinsame vor das Trennende zu stellen, um aus der massiven Gesundheits-, Wirtschafts- und Sozialkrise herauszukommen. (pn)


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