12.800 mehr Arbeitslose und 3800 mehr Kurzarbeiter als in Vorwoche

Ende November waren in Österreich 363.494 Personen ohne Job. Der Lockdown und saisonale Effekte lassen Arbeitslosenzahlen ansteigen. Aktuell sind 81.805 Beschäftigte zur Kurzarbeit angemeldet.

  • Artikel
  • Diskussion
Lockdown und saisonale Effekte ließen die Arbeitslosenzahlen steigen.
© TT/Thomas Boehm

Wien – Der Lockdown und saisonale Effekte lassen die Arbeitslosenzahlen steigen. Ende November waren 363.494 Menschen arbeitslos gemeldet oder in AMS-Schulung, das sind um 12.826 mehr als in der Vorwoche und um 93.703 weniger als im November 2020. Zur Kurzarbeit waren Ende November 81.805 Personen vorangemeldet, ein Plus von 3.816 zur Vorwoche, teilte das Arbeitsministerium am Mittwoch mit.

„Arbeitslage stabil"

"Die Arbeitsmarktlage ist Ende November trotz einer pandemisch sehr herausfordernden Situation noch stabil, was vordergründig auf die positive Arbeitsmarktentwicklung zu Beginn des Monats zurückzuführen ist", kommentierte Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) die aktuellen Arbeitsmarktdaten. Der Lockdown werde am Arbeitsmarkt aber noch stärker sichtbar, erwartet Kocher. Je länger die Schließungen notwendig seien, umso herausfordernder werde dies für Arbeitsmarkt und Wirtschaft.

Der Arbeitsminister rechnet damit, dass sich die Arbeitslosenzahlen trotz der aktuellen Schließungen "merklich unter dem Niveau im letzten Winter" bewegen werden. Die Kurzarbeitsarbeitszahlen könnten laut Kocher auf circa 350.000 bis 400.000 Anmeldungen ansteigen.

Die Arbeitslosenquote lag Ende November bei 7 Prozent, ein Rückgang von 2,5 Prozentpunkten gegenüber November 2020. Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat laut vorläufiger Prognose um 2,9 Prozent auf 3,845 Millionen. Die Anzahl der sofort verfügbaren Stellen erhöhte sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 73 Prozent auf 108.781.

Positiver Vergleich zum Vorjahr

"Im üblichen Vergleich zum Vorjahr präsentieren wir neuerlich erfreuliche Arbeitsmarktzahlen", so AMS-Vorstand Johannes Kopf. "Auch die offenen Stellen zeigen wie die Prognosen der Wirtschaftsforschungsinstitute weiterhin einen deutlichen Arbeitskräftebedarf an." Der aktuelle Lockdown führe aber zu einer höheren Arbeitslosigkeit, sagte Kopf. Die Summe aus als arbeitslos oder in Schulung gemeldeten Personen habe am Tag vor dem aktuellen Lockdown (21. November) noch bei einem Minus von rund 17.000 Personen gegenüber 2019 gelegen, neun Tage später belaufe sich das Minus nur mehr auf rund 2.400 Personen.

Neuigkeiten gibt es auch für Eltern und Schwangere. Laut Kocher werden die coronabedingte Sonderbetreuungszeit und die Dienstfreistellung für ungeimpfte Schwangere in körpernahen Berufen um weitere drei Monate bis Ende März 2022 verlängert. Beide Maßnahmen wären mit Ende dieses Jahres ausgelaufen. (APA)


Kommentieren


Schlagworte