Nach nur einem Training kehrt Schmidhofer in Lake Louise zurück

Nach vier Podestplätzen liegt die Latte für Österreichs Speed-Damen niedrig. Heute geht die Saison mit einer Abfahrt in Kanada los.

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Nicole Schmidhofer und Coach Wolfgang Grabner suchen nach der perfekten Linie.
© GEPA pictures/ Mathias Mandl

Innsbruck – Die Vorzeichen in Lake Louise gleichen jenen der Herren in der Vorwoche: Das Wetter in den Rockys macht Probleme. Das zweite Abfahrtstraining am Mittwoch hatte abgesagt werden müssen, gestern auch das dritte. Drei Rennen wären mit zwei Abfahrten (heute, morgen jeweils 20.30 Uhr) und einem Super-G (Sonntag) geplant. Bei den Männern hatte nur eines stattfinden können.

Schlechte Sicht und Piste machen das Comeback von Nicole Schmidhofer auch nicht leichter. Die Steirerin, bislang letzte ÖSV-Abfahrtssiegerin, hatte sich in der Vorsaison derart schwer am Knie verletzt, dass ihr Antreten heute einem medizinischen Wunder gleicht. „Ich habe keine Schmerzen, aber ich spüre nicht alles. Ich habe teilweise noch Probleme, spüre nicht, wenn mein linkes Bein müde ist, ich spüre Muskeln teilweise nicht so gut. Ein paar Sachen sind noch nicht so, wie man es sich vorstellt. Aber es ist okay, man gewöhnt sich dran, es ist anders“, erläuterte die 32-jährige Steirerin.

Mit Nina Ortlieb fehlt verletzt auch jene Läuferin, die Ende Februar 2020 beim Super-G von La Thuile den letzten österreichischen Speederfolg einfuhr. So bleiben aus der Vorsaison heuer zwei zweite Ränge in der Abfahrt und je ein zweiter und dritter im Super-G zu verteidigen. Oder besser noch auszubauen. „Ich erwarte mir, dass wir zeigen, dass wir eine gute Mannschaft haben, dass wir gut trainiert haben und einen Speed haben“, fordert jedenfalls Frauen-Rennsportleiter Christian Mitter ebenso wie „dass sie alles auf Zug fahren und ein bissl Mut mitbringen“.

Bereit zum Angreifen sind die ÖSV-Ladys in Lake Louise allemal. „Ich habe meine sieben Sachen beieinander, das Material passt, ich habe super trainiert“, sagt Tamara Tippler, in der Vorsaison mit einem zweiten Platz wie auch Ramona Siebenhofer Österreichs Beste in der Abfahrt. Beide sind nun 30 Jahre alt und setzen nicht zuletzt auf ihre Routine, auch was die Nerven betrifft, wie Tippler beschreibt. „Sicher habe ich auch schon einmal die Nerven geschmissen, dann fließen auch Tränen. Ich bin ein Emotionsmensch, aber ich habe gelernt, besser damit umzugehen, schneller in meine Mitte zu finden.“

Die Stimmung im Team stimmt jedenfalls. „Der Schmäh rennt“, sagt Schmidhofer, und die Tirolerin Stephanie Venier erzählt von gemeinsamem Knödelformen beim Vorbereitungs-Camp zuvor in Copper Mountain. Mit Christina Ager, Achte des ersten Trainings, und Ricarda Haaser treten zwei weitere Tirolerinnen an. Zu den Favoritinnen zählen aber andere: Sofia Goggia, Corinne Suter, Ester Ledecka, Lara Gut-Behrami oder auch Mikaela Shiffrin. Petra Vlhova fehlt in Kanada. (APA, sab)


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