Entgeltliche Einschaltung
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Ganz besonders normal

Milch von der Alm ist etwas Besonderes und gleichzeitig etwas ganz Normales. Aus verschiedenen (guten) Gründen.

In Österreich verbringen rund 51.000 Milchkühe die Sommer auf Almen. Ihre Milch gilt als besonders gehaltvoll und wird zu aromatischen Produkten mit dem AMA-Gütesiegel verarbeitet.
© AMA

Alles unter Kontrolle: Teil 4

Entgeltliche Einschaltung

Seit mehr als tausend Jahren sind Almprodukte Nachweis für gelebte Nachhaltigkeit. Die Landwirtschaft auf der Alm folgt dem Rhythmus der Natur. Die Natur bietet an: Jahreszeiten, Wiesen, Wasser, Luft und Sonne – und wir Menschen schaffen es, Kraft unseres Wissens und unseres Könnens, aus dem Angebot der Natur natürliche Produkte zu erarbeiten.

Almwirtschaft ist tief in Traditionen verwurzelt, um nicht zu sagen, sie ist die Tradition, und sie kann als Modell für zukünftige landwirtschaftliche Entwicklungen gesehen werden. Almwirtschaft schützt Natur und Umwelt. Sie bewahrt einzigartige Kulturlandschaften, die nicht zuletzt für Erholungssuchende von großer Bedeutung sind. Sei es für Wanderer im Sommer oder für Skifahrer im Winter. Denn nicht selten sind die Almen des Sommers die Skipisten des Winters, und jene, die im Sommer Senner sind, arbeiten den Winter über im Bereich des Skisports oder als Masseur in einem der wunderschönen Hotels.

Noch prägend

Die Almregionen, so wie wir sie heute kennen, sind keine Naturlandschaften, sondern über Jahrtausende durch landwirtschaftliche Nutzung geprägte Kulturlandschaften.

Von der Stallhygiene bis zur Euterpflege – das AMA-Gütesiegel verlangt von den Milchbauern ein Höchstmaß an Sorgfalt.
© AMA

Österreichweit dehnen sich rund 8.400 Almen auf 20 % der Staatsfläche aus. Davon werden derzeit nur noch knapp 5.000 bestoßen, sprich mit Tieren bewirtschaftet. Noch ist Österreichs Almwirtschaft zentraler Bestandteil der heimischen Berglandwirtschaft. In Zahlen: In den Sommermonaten sorgen dort rund 7.000 Hirtinnen und Hirten für 51.000 Milchkühe, 265.000 Rinder, 9.000 Pferde, 114.000 Schafe und 10.000 Ziegen.

Besonderes Aroma

Almprodukte nehmen bei Lebensmitteln eine Sonderstellung ein. Das liegt maßgeblich an den Almwiesen, die den Tieren als Futter zur Verfügung stehen. Sie sind aufgrund der besonderen Bedingungen in den Höhenlagen reich an Blumen, Gräsern und Kräutern. Das macht Milch und Käse von der Alm besonders aromatisch. Ein Teil der Almmilch wird auf der Alm selbst verarbeitet, hauptsächlich zu Almkäse und Butter. Der andere Teil wird abgeholt und von den Molkereien zu AMA-Güte- oder Biosiegel-Produkten verarbeitet. Und das geschieht, bei aller Liebe zur Tradition, topmodern.

AMA-Kontrolle

Jede Milchkuh hat schon als Kalb ein wichtiges Merkmal erhalten, mit dem sie ein Leben lang identifiziert werden kann: die Ohrmarke. Neugeborene Kälber müssen mit einer elektronischen Ohrmarke am linken Ohr und einer konventionellen am rechten Ohr gekennzeichnet werden. Eine neunstellige Nummer auf den Ohrmarken ist persönliche ID-Card und Datenbank-Kennnummer jeder Kuh. Alle relevanten Ereignisse im Leben eines Tieres werden automatisch erfasst. Zum Beispiel wird der Verkauf eines Tieres über eAMA, das Internetserviceportal der AMA, elektronisch in einer Datenbank gespeichert. Für jedes Rind wird gleichzeitig ein Tierpass, also eine Art Personalausweis, bei der AMA geführt. In diesem scheinen die Daten auf, die an die Rinderdatenbank gemeldet wurden – also etwa, dass das Kuhkalb vom letzten Jahr heuer eine Milchkuh geworden ist.

Lebt diese Milchkuh und alle weiteren Kühe ihrer Herde auf einem der AMA-Gütesiegel-Bauernhöfe – es gibt rund 26.000 davon in Österreich –, dann muss die Milch den zahlreichen Vorgaben der AMA-Richtlinien entsprechen. Die gesamte Kette, von der Rohmilch der Kuh bis zur Milch im Kühlregal, ist genauestens dokumentiert und kontrolliert. Das gilt für alle Milchprodukte.

Chip am Milchtank

Es versteht sich von selbst, dass AMA-Milchbäuerinnen und -Milchbauern, ob auf der Alm oder im Tal, ihre Tiere ordentlich halten und auf besondere Hygiene beim Melken achten.

Gleich nach dem Melken wird die frisch gemolkene Milch in Milchtanks gesammelt und rasch gekühlt. Der Transport der Milch in die Molkerei erfolgt regelmäßig, meist im zweitägigen Rhythmus. Unter anderem tragen vor allem Fahrer von Sammelwägen eine große Verantwortung in der Lieferkette. Ihre Milchtransporter verfügen über eine entsprechende technische Ausstattung, die es ermöglicht, dass alle Hygienestandards der Milch eingehalten werden. Das elektronische System im Sammelwagen speichert zunächst die Daten des Lieferanten durch einen Identifikationschip am Milchtank. Die genaue Temperatur und Milchmenge wird erfasst und automatisch eine Milchprobe gezogen. So können eventuelle unerwünschte Inhaltsstoffe oder Rückstände rasch analysiert werden. Die Daten sind samt und sonders eindeutige Herkunftsnachweise: Diese Milch wurde auf einem österreichischen AMA-Gütesiegel-Bauernhof gemolken.

Verarbeitung und Abpackung von AMA-Gütesiegel-Milch und -Milchprodukten müssen ebenfalls in Österreich erfolgen. Im Molkereibetrieb werden die Transportproben analysiert und die (Roh-)Milch wird, noch bevor sie übernommen wird, erneut auf Qualitätsmerkmale und Herkunft geprüft. Erst wenn außerdem alle Lieferscheinvermerke vollständig und übereinstimmend vorhanden sind und ohne Beanstandungen, darf die Milch vom Tankwagen an die Molkerei abgegeben werden. Dank der AMA-Kontrolle ist Almmilch eben ganz besonders – normal.

Infos: www.amainfo.at

Die natürliche Futtergrundlage der Alm muss ausreichen, damit Milch die Bezeichnung Almmilch tragen darf.
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Zahlen und Fakten

70 % der österreichischen Milchviehbetriebe befinden sich in Berggebieten.

Anzahl Almen: 8.086 Almen, davon 1.676 „Milchalmen“

Almfutterfläche: ~ 314.000 ha

Gealpte Tiere (GVE): ~ 264.000, davon gealpte Milchkühe: ~ 50.000

Erzeugung Almmilch: ~ 63 Millionen kg

Davon werden ~ 50 Mio. kg ins Tal geliefert. Der Rest wird auf den Almen verarbeitet, verfüttert …

Die Rohmilch wird vom Milchwagen regelmäßig abgeholt.
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Sicherheit schafft Vertrauen

Warum legt die AMA so großen Wert auf Kontrollen? Gibt es Gründe, unseren Landwirten zu misstrauen?

Rüdiger Sachsenhofer: Ganz im Gegenteil, es gibt keine Gründe, den Landwirten zu misstrauen. Das AMA-Gütesiegel-Programm steht für hohe Qualität – und die beginnt beim Futter, das ordentlich gelagert wird, bis zur Tierhaltung. Diese und viele weitere Anforderungen werden regelmäßig vor Ort überprüft. Unsere Kontrollen geben den Landwirten ja auch die Bestätigung von unabhängigen Fachleuten, dass sie gute Arbeit leisten, und zeigen, wo Verbesserungspotenzial vorhanden ist.

DI Rüdiger Sachsenhofer, Qualitätsmanager AMA. // Original-Dateiname: DSC_7487.jpg
© Foto Wilke

Das klingt, als wären die Richtlinien ziemlich kompliziert?

Rüdiger Sachsenhofer: Wir versuchen, die Anforderungen so zu formulieren, dass sie leicht verständlich sind, und entwickeln sie laufend weiter. Ziel ist es, den bürokratischen Aufwand für alle Seiten so gering wie möglich zu halten.

Eine Milchbäuerin, zum Beispiel …

Rüdiger Sachsenhofer: …  ist ein Profi in ihrem Beruf. Aber das Durchchecken der Betriebe mit dem Blick von außen gibt Sicherheit und schafft Vertrauen. Die Bäuerin kümmert sich um ihre Tiere und das Melken. AMA-Kontrollen sind also ein guter Grund, das Vertrauen der Konsumenten in die Produkte mit dem AMA-Gütesiegel zu stärken.


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