Hirner beim Weltcup-Auftakt in Lillehammer allein auf der Überholspur

ÖSV-Kombiniererin Lisa Hirner (18) freut sich auf die erste volle Weltcupsaison mit zehn Bewerben. Die Tirolerin Anna-Lena Slamik muss pausieren.

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Lisa Hirner will bei Olympia 2026 um Medaillen kämpfen.
© gepa/Walgram

Von Benjamin Kiechl

Innsbruck, Lillehammer – Lisa Hirner steht an der Lysgårds-Schanze und blickt auf Lillehammer und den dahinter liegenden Mjøsa-See. „Bisher habe ich das nur von Fotos oder aus dem Fernsehen gekannt“, erzählt sie mit einem Lächeln. Nach Schneetraining in Rovaniemi wird es am Wochenende ernst. Im Olympia-Ort von 1994 steht der Saisonauftakt im Kombiniererinnen-Weltcup auf dem Programm. „Ich finde es cool, dass sich unsere Sportart so rasant entwickelt. Wir haben heuer gleich neun Weltcup-Bewerbe mehr als im Vorjahr“, freute sich die Schülerin des Nordischen Ausbildungszentrums Eisenerz und lässt sich ihre Freude auch nicht von der klirrenden Kälte nehmen. „Ich mag das ganz gern.“

Im Vorjahr konnte aufgrund der Pandemie nur ein Weltcup in Szene gehen, Höhepunkt war die WM-Premiere in Oberstdorf. Die ehrgeizige Steirerin klassierte sich als beste Österreicherin auf Platz acht. In diesem Winter soll es aufs Podest gehen. „Eine Freude beim Springen haben, auf der Loipe alles rausholen, dann schauen coole Ergebnisse raus!“

Zum Saisonstart muss sie aus österreichischer Sicht alleine auf die Überholspur. Die Tirolerin Anna-Lena Slamik (Kreuzbandverletzung) und Sigrun Kleinrath (verkühlt) müssen noch pausieren. Claudia Purker verpasst aufgrund eines Kreuzbandrisses die Saison. Hirner blickt auf eine gelungene Vorbereitung zurück. „Im Langlaufen bin ich nach wie vor stabil, im Skispringen möchte ich noch etwas aufholen, um mir eine bessere Ausgangsposition zu erarbeiten.“ ÖSV-Damentrainer Bernhard Aicher rechnet sich für den Mixed-Teambewerb mit den Herren in Val di Fiemme einiges aus. Im Continentalcup wird zudem ein Teamsprint erprobt.

Im Sommer-Grand-Prix zeigten die Österreicherinnen als Zweite der Nationenwertung hinter Norwegen auf. Hirner belegte unmittelbar vor der Tirolerin Slamik Rang drei. „Es ist bitter, dass sich Anna-Lena beim letzten Sommersprung eine Kreuzbandverletzung zugezogen hat.“ Die Arzlerin wolle nach der Reha noch im Dezember mit den ersten Schneesprüngen beginnen und im Jänner in den Weltcup starten.

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Die Norwegerin Gyda Westvold Hansen schnappte sich bei der WM-Premiere in Oberstdorf die Goldmedaille und geht als große Gejagte in die Saison. „Es wird eine historische Saison“, meinte FIS-Renndirektor Lasse Ottesen und rechnet sich gute Chancen aus, dass die Damen bei Olympia 2026 erstmals um Medaillen kämpfen. „Die Entscheidung über die Aufnahme ins Olympia-Programm fällt im Sommer 2022.“

In Lillehammer stehen heute (14.15 Uhr/live ORF eins) und morgen zwei Einzel (5 km) auf dem Programm.


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