Wiener Menschenrechts-Filmfestival: Menschliche Online-Welten

Das Wiener Menschenrechts-Filmfestival wechselt ins Netz. Eröffnung ist heute Abend mit der Doku „Flee“.

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Dänemarks Oscar-Kandidat: „Flee“ ist ein einfühlsames animiertes Doku-Porträt eines Geflüchteten in Europa.
© this human world

Wien – „This Human World“ kennt sich mit Katastrophen aus. Normalerweise bleiben sie auf der Leinwand. Pandemie-bedingt musste das Wiener Menschenrechts-Filmfestival nun aber selbst ins Netz übersiedeln. Das haben die VeranstalterInnen Lisa Heuschober, Lara Bellon und Michael Schmied bereits vor Lockdown-Ankündigung ehrenwerterweise entschieden. „Warten und beobachten von Seiten der politisch Verantwortlichen bedeutet neben der massiven Gefährdung des gesamten Gesundheitswesens darüber hinaus im Veranstaltungsbereich nicht nur Planungsunsicherheit, sondern schlicht Planungsunmöglichkeit“, heißt es im aktuellen Statement dazu. Und: Der Fokus der Festivalarbeit habe sich verschoben. Krisenmanagement rücke an die Stelle von inhaltlichem Gestalten.

Positiverweise ist das Wiener Festival durch die Verschiebung ins Netz aber auch zu einem österreichweiten geworden. Filmbegeisterte auch in Tirol können via thishumanworld.com teilnehmen. 39 Filme sind im „This Human World Online Hub“ abrufbar, darunter auch 16 Kurzfilme. Eröffnet wird heute mit dem hochaktuellen dänischen Animationsfilm „Flee“ von Jonas Poher Rasmussen. Die gezeichnete Doku ist ein einfühlsames und fantasievoll gestaltetes Porträt eines Geflüchteten aus Afghanistan, der unter Angabe falscher Tatsachen Asyl in der EU erlangt hat. „Flee“ ist Dänemarks Kandidat für den Auslandsoscar.

Ab morgen Dienstag bis zum mutmaßlichen Lockdown-Ende am Sonntag, 12. Dezember, stehen täglich ab 18 Uhr vier Programme zur Verfügung, die jeweils für 48 Stunden abrufbar sind. Zusätzlich bietet das Festival außerdem „aufgezeichnete Q&A’s, Director Statements und je nach Möglichkeit Live-Diskussionen“ an. Und auch Preise werden am Ende des Festivals verliehen.

Es bleibt zu hoffen, dass Festivals wie „This Human World“ 2022 wieder im echten Leben und mit mehr Planbarkeit über die Kino-Bühne gehen können. Die zusätzliche Online-Präsenz über die Wiener Filmblase hinaus bleibt dabei hoffentlich trotzdem erhalten. (maw)


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