„Onkel“ verging sich an Mädchen: 43-Jähriger am Landesgericht verurteilt

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Innsbruck – Als Jugendfreund der Mutter war ein in Tirol wohnhafter Serbe mit deren kleinen Töchtern in Kontakt gekommen. Den privaten Rahmen hatte der 43-Jährige in den Jahren 2014 bis 2016 auf das Übelste ausgenützt. So bezeugten beide Mädchen, dass sie von dem „Onkel“ in Wohnräumen missbraucht worden waren. Die Mutter der Kinder hatte zumindest in einem Fall davon schon seit Jahren gewusst.

Aufgekommen ist hierzu trotzdem alles erst heuer – bei einfühlsamen Gesprächen mit den Kindern über die psychosoziale Betreuung der Kinder- und Jugendhilfe des Innsbrucker Stadtmagistrats. Nach einer weiteren Befragung des Schwesterchens erfolgte die Anzeige. Der 43-Jährige leugnete am Landesgericht vor dem Schöffensenat unter dem Vorsitz von Richter Norbert Hofer alle Vorwürfe. Weder gäbe es Beweise, noch könne er sich nach so vielen Jahren freibeweisen.

Geleugnet hatte der Angeklagte jedoch auch einen äußerst brutalen Übergriff auf eine Ungarin im Juni. Dabei wollte der nunmehrige Untersuchungshäftling die Frau wohl zum Geschlechtsverkehr nötigen und versetzte ihr dabei massive Schläge ins Gesicht und in den Unterleib. Der Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes hatte den Übergriff gesehen und vor den Schöffen bezeugt. Die Glaubwürdigkeit des Angeklagten war fortan angekratzt. Richter Hofer: „Es ergibt ein Bild, es passt alles zusammen, wir sehen, dass sie auf die körperliche Integrität anderer nicht achten!“ Gegen das Urteil über drei Jahre Gefängnis erhob der 43-Jährige Nichtigkeitsbeschwerde. (fell)


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