Biathlon-Heimspiel: „Im Wohnzimmer Hochfilzen fühlen wir uns wohl"

Wintermärchen in Hochfilzen, wo gestern die Biathlon-Teams im Vorfeld des Weltcups eintrafen. Die Gastgeber drehen vor dem Heimspiel am Wochenende noch an den Schrauben.

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Hochfilzen am Dienstag – noch herrschte im verschneiten Pillerseetal die Ruhe vor dem Sturm, am Freitag beginnen die Bewerbe.
© Sina Bodingbauer

Von Florian Madl

Hochfilzen – Minus 3 Grad Celsius gestern in Hochfilzen – im Gegensatz zum Weltcup-Auftakt in Östersund (Schweden) geradezu frühlingshaft heimelige Temperaturen. Die eingetroffenen Teams genossen die mitteleuropäische Wärme, wie Organisationschef Franz Berger bestätigte: „Die wissen das hier zu schätzen.“ Was im Pillerseetal sonst noch auf der Tagesordnung steht?

🟢 Pandemie: Ein wenig geistert das Thema Corona auch durchs Athletenfeld: Zu 97 Prozent ist laut Franz Berger das österreichische Team durchgeimpft, zu 97 bis 98 Prozent das internationale Feld. Diese Quote ist allerdings mit Zurückhaltung zu werten, gelten doch die mit dem russischen Vakzin „Sputnik“ und dem chinesischen „Sinopharm“ immunisierten Sportler offiziell als ungeimpft. Konsequenz: Alle 72 Stunden müssen die Loipenjäger aus Osteuropa und Asien den Auflagen der Internationalen Biathlon Union (IBU) zufolge einen PCR-Test in Kauf nehmen.

🟢 Auswahlverfahren: Bis gestern stand noch nicht fest, ob sich das österreichische Team tatsächlich aus sechs Läufern zusammensetzt, wie Franz Berger als sportlicher Leiter der Biathlon-Sparte im ÖSV festhielt. Grund: Julian Eberhards Sturz in der Auftaktrunde des Sprints von Östersund ging nicht glimpflich vonstatten. Gestern stand ein Arztbesuch auf dem Programm, um die Wettkampftauglichkeit des Salzburger Routiniers zu ergründen. Der Steirer Lucas Pitzer und der Osttiroler Patrick Jakob galten gestern als mögliche Umsteiger aus der zweiten Leistungsstufe (IBU-Cup).

📆 Biathlon-Weltcup in Hochfilzen, Programm

Freitag, 10. Dezember:

  • 11.25 Uhr Sprint Männer (10 km)
  • 14.15 Uhr Sprint Frauen (7,5 km)

Samstag, 11. Dezember:

  • 12.15 Uhr Verfolgung Männer (12,5 km)
  • 14.15 Uhr Staffel Frauen (4 x 6 km)

Sonntag, 12. Dezember:

  • 11.45 Uhr Staffel Männer (4 x 7,5 km)
  • 14.30 Uhr Verfolgung Frauen (10 km)

🟢 Hoffnungen I: Es sind Teilergebnisse, die Österreichs Herren-Cheftrainer Ricco Groß zuversichtlich stimmen. Etwa die zweitschnellste Laufzeit von Routinier Simon Eder bei der Östersund-Verfolgung. Oder die zwischenzeitliche Podiumsplatzierung der Staffel (am Ende 17.). Auch der Tiroler Felix Leitner zeigte läuferisch gute Ansätze, verlor im Einzel nur eine Minute.

„Die Situation ist nicht prekär, aber ärgerlich“, stellte der Deutsche nüchtern fest, im Hinblick auf die Olympischen Winterspiele in Peking (ab 4. Februar) mache er sich keine Sorgen. „In diesem Sport kann es so schnell gehen. Die Top 20 im Sprint von Östersund schossen zusammen zehn Fehler, das muss man sich einmal vorstellen“, verwies der mehrfache Olympiasieger auf die Dichte. Eine Top-Ten-Platzierung könne sich schon sehen lassen.

🟢 Hoffnungen II: Das Pendant von Groß, Damen-Cheftrainer Markus Fischer, kann mit Lisa Hauser auf eine Bank setzen: „Sie hat es wieder drauf, weit vorne zu landen. Aber das kann auch schnell auf die andere Seite ausschlagen.“ Das sah man zuletzt in der Staffel von Östersund, wo die österreichische Mannschaft nach einer Überrundung vorzeitig aufgeben musste. Fischer kommentierte das philosophisch: „Bevor die Sonne kommt, ist es dunkel. So etwas kann passieren.“ In Hochfilzen beginne es von vorne, ein Top-8-Platz sei mit seinem ÖSV-Quartett durchaus realistisch. Einfacher Grund: „In unserem Wohnzimmer Hochfilzen fühlen wir uns einfach wohl.“

🔴⚪🔴 ÖSV-Aufgebot für Hochfilzen

  • Frauen (5): Lisa Hauser, Anna Juppe, Christina Rieder, Julia Schwaiger, Dunja Zdouc
  • Männer (5): Julian Eberhard, Simon Eder, David Komatz, Felix Leitner, Magnus Oberhauser

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