Die gute Geschichte: Besser verschenken als vergeuden

Die Plattformen „Imst verschenkt“ und „Reutte verschenkt“ zählen mittlerweile an die 30.000 Benutzer.

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Daniel Seidner (stehend, r.) hat mit der Plattform „Imst verschenkt“ ein Netzwerk an Hilfe aufgebaut, das auch zu Weihnachten wirkt.
© Paschinger

Imst, Landeck, Reutte – Der Stern dieser Initiative, die sich mittlerweile zu einem gemeinnützigen Verein weiterentwickelt hat, ging vor bald fünf Jahren auf. Als Mitarbeiter in einem Geschäft hatte der Imster Daniel Seidner damals gesehen, wie Waren weggeworfen wurden. Er wollte und konnte diese Konsumauswüchse nicht mehr ertragen. Besser verschenken als vergeuden, lautete sein Ansatz. Lieber Freude machen als mit Kopfschütteln vor dem Müllcontainer stehen. Daraus entwickelte sich im Juni 2017 die Facebook-Plattform „Imst verschenkt“.

Die Expansion auf das gesamte Oberland ging dann recht schnell. Inzwischen zählt er an die 30.000 Nutzer. Für das Außerfern wurde ein eigenes „Reutte verschenkt“ ins Leben gerufen. Schon unterm Jahr erfreut sich das Forum großer Beliebtheit. „Uns ist wichtig, dass es ums Verschenken geht. Es wird hier nichts zum Kauf angeboten“, betont Daniel Seidner. So manches Mal greift man einer Familie in Not oder Bedrängnis mit Gutscheinen unter die Arme.

Und so ist natürlich gerade Weihnachten immer auch im Fokus der Initiative, die sich seit bald einem Jahr als Verein „Plattform für soziale Vernetzung“ etabliert hat. Vor zwei Jahren verteilte man in einem Imster Lokal noch Geschenke an Familien, die es nicht so leicht haben. Aber auch heuer gibt es eine aktuelle Weihnachtsaktion: Es geht um gemalte oder gebastelte Wünsche von Kindern, die sie an den Weihnachtsmann oder das Christkind richten. Die Kinder mit den tollsten Werken aus dem Oberland und Außerfern sollten diese noch bis zu diesem Sonntag an „Imst verschenkt“ in der Langgasse 9 in Imst schicken. Dann stehen die Zeichen recht gut, einen Weihnachtswunsch erfüllt zu bekommen.

Seidner hat dafür gemeinsam mit seinem Team, das im engsten Kern aus seiner Mutter und Josef Gomig besteht, eine Kooperation mit dem Einkaufszentrum Grissemann in Zams geschlossen. Dazu hat sich nun auch die Raiffeisenbank im Oberland und Außerfern eingeklinkt, freut sich Seidner.

Die Plattformen bewährten sich übrigens auch während der Lockdowns im Zuge der Pandemie. „Da wurde immer auffälliger, dass es eine Vernetzung bei der Hilfe für andere benötigt.“ Angeboten wird ein breites Spektrum: „Von alten Terrassensteinen bis zur gebrauchten Zahnspange war schon so ziemlich alles dabei“, schmunzelt der Gründer. Was allerdings am meisten nachgefragt werde, „das sind Waschmaschinen, Spielzeug oder Bekleidung“, erklärt er. Worauf aber ganz besonders geachtet wird: „Wir bestehen schon auf ein Bitte und Danke.“ (pascal)


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