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Große Rennen in der „Formel Crash“, Strafe für Verstappen „nicht fair"

Beim Formel-1-Showdown in Abu Dhabi läuft am Sonntag alles auf ein packendes Duell der punktegleich Führenden Max Verstappen und Lewis Hamilton hinaus. Das weckt Erinnerungen an historische Rennen.

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In Suzuka kam es 1989 zur Kollision zwischen den McLaren-Teamkollegen Alain Prost und Ayrton Senna.
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Abu Dhabi – Ayrton Senna, Michael Schumacher – die Legenden der Formel 1. Beide waren zweimal beteiligt. Beide einmal mit dem glücklichen, einmal mit dem schlechten Ende. Fahren am Limit, Fahren über dem Limit. So wie im jetzt auch schon epochalen Knallhart-Kompromisslos-Duell zwischen dem Niederländer Max Verstappen und dem Briten Lewis Hamilton.

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Selbst wenn die Teamchefs von Red Bull und Mercedes es beteuern und auf einen crashfreien Großen Preis von Abu Dhabi am kommenden Sonntag hoffen – Beispiele der Vergangenheit gibt es. Und sie bleiben in Erinnerung. So knapp wie diesmal – Verstappen und Hamilton sind punktgleich, beim Ausfall beider Piloten wäre Verstappen dank mehr Siegen der neue Champion – war es vor den jeweiligen Finalrennen dabei nicht einmal.

1989 Tatort Suzuka, Japan. Es ist zwar das vorletzte Rennen, es wird aber die WM-Entscheidung. Alain Prost und Ayrton Senna liefern sich ein Zoffduell der Sonderklasse – als Teampartner. Prost hat 16 Punkte Vorsprung bei noch zwei ausstehenden Rennen vor dem Großen Preis von Japan. Senna, der Titelverteidiger, muss gewinnen, um sich die Chancen zu wahren.

Der Brasilianer will in Runde 46 innen vorbei, kollidiert mit Prost – beide bleiben mit ihren McLaren nebeneinander stehen. Prost steigt aus. Senna lässt sich von den Streckenposten anschieben – heutzutage nicht mehr erlaubt – und fährt weiter, sogar am Ende als Erster über die Ziellinie. „Ich habe das Rennen gewonnen und wurde dessen beraubt, ich werde das nie vergessen“, sagt er. Offiziell wird er für das Auslassen der Schikane disqualifiziert. Prost wird vorzeitig Weltmeister.

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1990 Tatort Suzuka, Japan. Dieselben Hauptdarsteller, nur dass Prost mittlerweile für Ferrari fährt und diesmal der ist, der aufholen und vor Senna ins Ziel kommen muss. Der Brasilianer holt die Pole, fühlt sich aber benachteiligt, als diese auf die schmutzigere Seite verlegt wird. Prost nutzt den saubereren Asphalt, kommt besser weg, zieht vor Senna in Kurve eins. Doch der Südamerikaner hält drauf und lässt es drauf ankommen. Es kracht, beide scheiden aus, nun ist Senna der Profiteur des nächsten Unfallskandals um einen WM-Titel.

1994 Tatort Adelaide, Australien. Michael Schumacher startet mit einem Punkt Vorsprung vor dem Briten Damon Hill in das Rennen. Runde 35: Schumacher kommt nach einem Fahrfehler von der Strecke ab, touchiert mit seinem Benetton die Mauer, kommt aber zurück. Hill attackiert, will in der nächsten Kurve innen vorbei. Sie kollidieren. Schumachers Wagen hebt zur Hälfte ab, er fährt seitlich nur noch auf zwei Rädern und landet in den Reifenstapeln. Hill setzt das Rennen fort, aber nicht mehr lange: Defekt nach dem Crash an seinem Williams. Schumacher erfährt am Streckenrand von seinem ersten Titeltriumph.

1997 Tatort Jerez, Spanien. Der Rammstoß! Schumacher will nun mit Ferrari den Titel. In seinem zweiten Jahr bei der Scuderia reist er mit einem Punkt Vorsprung auf den Kanadier Jacques Villeneuve nach Andalusien und wird später einmal sagen: „Wenn es eine Sache gäbe in meiner Formel-1-Zeit, die ich ungeschehen machen könnte, würde ich den 26. Oktober 1997 in Jerez wählen.“ Denn Schumacher merkt, sieht und weiß im Verlauf des Rennens, dass Villeneuve an diesem Tag der Schnellere ist. Beim Versuch, am Deutschen vorbeizuziehen, rammt Schumacher dessen Wagen und scheidet es. Nachträglich wird er für seine Aktion für die ganze Saison disqualifiziert. (dpa, TT)

Verstappen beharrte vor WM-Finale: "Es ist nicht fair"

Max Verstappen hat auch kurz vor dem Finale des WM-Duells der Formel 1 mit Lewis Hamilton seine Kritik an den Entscheidungen von Jeddah gegen ihn bekräftigt. Der Red-Bull-Pilot fühlt sich benachteiligt. "Ich verstehe es nicht. Was ich gemacht habe, hätte keine Strafe verdient gehabt", betonte der Niederländer am Donnerstag in einer Medienrunde.

Verstappen legte gegenüber der Rennleitung beziehungsweise den Rennkommissaren noch nach. "Andere machen genau dasselbe, kriegen aber nichts", befand der 24-Jährige. "Es ist definitiv nicht so, wie es sein sollte, und es ist nicht fair. Nur ich kriege eine Strafe." Er hatte am vergangenen Sonntag für verschiedene Aktionen insgesamt 15 Strafsekunden erhalten.

Vor allem seine Manöver bei Überholversuchen, als er die Strecke verließ und sich damit einen Vorteil verschaffte, sorgten für großen Zündstoff im ohnehin explosiven Zweikampf mit Hamilton im Mercedes. Zudem war es zu einem Auffahrunfall gekommen, als Vestappen nachweislich deutlich gebremst hatte, während Hamilton hinter ihm war, aber zögerte zu überholen, als ihm Verstappen die Führungsposition - notgedrungen - zurückgeben wollte.

"Was hier vor sich geht, ist nicht korrekt", schilderte Verstappen seine Sicht. Der Niederländer führt vor dem Grand Prix von Abu Dhabi am Sonntag das WM-Klassement dank der größeren Zahl von Saisonsiegen vor dem punktgleichen Hamilton an. Scheiden beide beim letzten Saisonrennen aus, wäre Verstappen der neue Champion.


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