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Begnadigung für „Pusterer Bua“ Heinrich Oberleiter

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In der sogenannten Feuernacht 1961 sprengten Südtirol-Aktivisten 37 Strommasten.
© Feuernacht

Rom – Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella hat gestern den 80-jährigen Heinrich Oberleiter begnadigt. Der Südtirol-Aktivist war einer der vier „Pusterer Buam“, die in den 1960er-Jahren für mehrere Anschläge in seiner Heimat verantwortlich waren. Oberleiter war zu lebenslanger Haft verurteilt worden, 1968 flüchtete er und lebt seither in Bayern. Seine Kinder hatten 2018 ein Gnadengesuch eingereicht. Dieses wurde von der Staatsanwaltschaft Brescia befürwortet.

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Oberleiter wurde begnadigt und kann nach mehr als 50 Jahren wieder nach Südtirol einreisen.
© SHB

Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat die Begnadigungen mehrmals bei seinen Treffen mit Mattarella angesprochen, zuletzt meinte er, dass „wir auf einem guten Weg“ sind. Bei der Annahme des Begnadigungsantrags berücksichtigte der italienische Präsident, dass Oberleiters Handlungen keine Todesopfer zur Folge hatten, hieß es in einem Schreiben von Mattarellas Büro. Der Präsident berücksichtigte auch die Reue des Verurteilten. Oberleiter darf nach 53 Jahren wieder seine Heimat Südtirol betreten.

Der Obmann des Südtiroler Heimatbundes, Roland Lang, erklärte am Donnerstag, es sei auch an der Zeit, dass Italien hinsichtlich der übrigen Südtiroler Freiheitskämpfer einen versöhnlichen Schlussstrich unter ein tragisches Geschehen ziehe, in welchem sich die römische Politik nicht mit Ruhm bedeckt habe. Von den Pusterer Buam leben noch Sepp Forer und Siegfried Steger, Heinrich Oberlechner war 2006 gestorben.

Steger und Forer lehnten bisher jedoch ein Gnadengesuch ab. Für ihre Begnadigung – wie auch für die jetzt erfolgte von Oberleiter – spricht sich darüber hinaus Tirols Landeshauptmann Günther Platter aus. (TT, pn)

📽️ Video | Begnadigter Heinrich Oberleiter im Interview:


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