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Höchste Inflation seit fast 40 Jahren in den USA: Fed unter Zugzwang

Waren und Dienstleistungen kosteten im November 6,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Das ist der höchste Wert seit Juni 1982. Wann verlässt die Notenbank Fed ihren lockeren geldpolitischen Kurs?

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Die Federal Reserve sieht das Inflationsphänomen mittlerweile nicht mehr als vorübergehend an.
© Liu Jie via www.imago-images.de

Washington – Die Inflation in den USA steigt auf geradezu schwindelerregende Höhen. Waren und Dienstleistungen kosteten im November 6,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Das ist der höchste Wert seit Juni 1982. Von Reuters befragte Experten hatten mit diesem Schub gerechnet, nachdem die Inflationsrate im Oktober noch 6,2 Prozent betragen hatte.

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Aus der Pandemiekrise resultierende Lieferprobleme, Materialengpässe und geradezu explodierende Energiekosten treiben die Teuerung nach oben, die zusehends an der Kaufkraft der Verbraucher nagt.

"Die US-Inflationsrakete schraubt sich weiter in luftige Höhen", kommentierte Ökonom Thomas Gitzel von der VP Bank den neuerlichen Inflationsschub. US-Präsident Joe Biden hatte die Bürger bereits vorsorglich auf die schlechte Nachricht eingestimmt und zugleich vor überzogenen Befürchtungen gewarnt. Die Daten würden noch nicht die erwarteten Preissenkungen in den kommenden Wochen und Monaten zeigen.

Fed gerät zusehends unter Zugzwang

Doch die Notenbank Fed sieht das Inflationsphänomen mittlerweile nicht mehr als vorübergehend an. Sie gerät zusehends unter Zugzwang, ihren lockeren geldpolitischen Kurs früher zu verlassen als zunächst geplant. "Wenn es noch eines Arguments bedurft hatte, um die US-Notenbank von der Notwendigkeit eines zügigeren Ausstiegs aus der ultra-lockeren Geldpolitik zu überzeugen, dann wurde dieses durch die heutigen Inflationsdaten geliefert", erklärte LBBW-Analyst Elmar Völker. Das hohe Tempo der Energiepreise steche mit plus 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr besonders hervor.

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Für die Zinssitzung der Fed am Mittwoch wird ein Beschluss erwartet, dass die Notenbank den Geldhahn früher zudrehen könnte. Sie dürfte das Tempo beim Abbau ihrer monatlichen Käufe im Rahmen ihres Anleihenprogramms beschleunigen. Dieser bereits im November eingeleitete Prozess der geldpolitischen Normalisierung ist im Fachjargon als Tapering bekannt und gilt als Voraussetzung für eine Zinswende. "Wir rechnen mit einer Verdoppelung des Tapering-Tempos auf 30 Milliarden Dollar pro Monat. Dies würde die Käufe bis Ende März auf null zurückführen", so Commerzbank-Experte Christoph Balz. Danach wäre die Bahn frei für eine Leitzinsanhebung, mit der noch im zweiten Quartal 2022 zu rechnen sei.

Der Euro zog nach den Inflationsdaten auf 1,1290 Dollar von zuvor 1,1260 Dollar an. (APA/Reuters)


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