Salzburger Festspiele 2022: Ohne vorauseilenden Pessimismus

Oper mit bewährten Kräften und neuen Regiehandschriften im Schauspiel: die Salzburger Festspiele 2022.

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Joana Mallwitz und Asmik Grigorian sind Teil der „Festspielfamilie“.
© Edelhof, Bakas

Wien – Das Dante-Jahr neigt sich dem Ende zu, da kündigt sich bereits das Comeback des Dichters, dessen Tod sich heuer zum 700. Mal jährte, an: Die Salzburger Festspiele haben Dantes „Göttliche Komödie“ zum großen Referenzpunkt ihrer Spielzeit 2022 erklärt. Pandemischen Unwägbarkeiten wolle man auch im kommenden Sommer „ohne vorauseilenden Pessimismus“ und mit bewährtem Präventionskonzept trotzen, kündigte Festspielintendant Markus Hinterhäuser gestern an.

In der Musiktheater-Sparte setzt Hinterhäuser auf bewährte Kräfte: Romeo Castellucci, der zuletzt „Salome“ und „Don Giovanni“ an der Salzach auf die Bühne brachte, wird die Inszenierung des Doppelabends aus Bartóks „Herzog Blaubarts Burg“ und Carl Orffs Oratorienoper „De temporum fine comœdia“ verantworten. Am Pult des Gustav Mahler Jugendorchesters steht Teodor Currenzis – auch er ist inzwischen Teil der „Festspielfamilie“. Premiere ist am 26. Juli. Christof Loy nimmt sich nach seiner gefeierten „Cosí fan tutte“ Puccinis „Il trittico“ (ab 29.7.) an. Franz Welser-Möst dirigiert. Asmik Grigorian singt in allen drei Teilen die Hauptrolle. Die dritte Opern-Neuproduktion ist Janáceks „Káta Kabanová “ (Regie: Barrie Kosky, ab 7.8.). Neu einstudiert werden zudem Lydia Steiners „Zauberflöten“-Inszenierung von 2018 – diesmal mit Joana Mallwitz am Pult – und Shirin Neshats Deutung von Verdis „Aida“ (2017). Rossinis „Il barbiere di Siviglia“ mit Cecilia Bartoli wird von den Pfingstfestspielen übernommen.

Das Schauspiel startet traditionell mit dem „Jedermann“ (ab 18.7.) – die Besetzung bleibt die gleiche wie 2021. Ansonsten setzt Schauspielchefin Bettina Hering auf neue Kräfte: Der belgische Regisseur Ivo van Hove debütiert mit „Ingolstadt“ – nach Marialuise Fleißer. Yana Ross inszeniert die Schnitzler-Überschreibung „Reigen“ – die Fassung stammt von zehn zeitgenössischen AutorInnen. Mit „Iphigenia“ – nach Euripides, Racine und Goethe – präsentiert sich auch die Polin Ewelina Marciniak erstmals in Salzburg.

Insgesamt sind bei den Salzburger Festspielen von 18. Juli bis 31. August 174 Vorstellungen an 17 Spielstätten angesetzt. 224.933 Karten werden aufgelegt. Der Vorverkauf startet am 24. Jänner. Das Festivalbudget für 2022 beträgt 66,8 Mio. Euro. (jole)

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