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Karl Nehammer im Interview: „Natürlich war heftig, was da passiert ist“

Der neue Kanzler Karl Nehammer (ÖVP) über die schwierige Zeit in der Koalition und die nächsten Schritte in der Bewältigung der Pandemie.

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„Verkehrspolitik ist für die ÖVP ein Spannungsfeld wie Migration für die Grünen“: Parteichef Karl Nehammer.
© photonews.at/Georges Schneider

Ihr unmittelbarer Vorgänger Alexander Schallenberg war knapp zwei Monate im Bundeskanzleramt, Sebastian Kurz immerhin drei Jahre. Wie lange werden wir Sie hier sehen?

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Karl Nehammer: Der ganze Prozess des Kanzler-Werdens ist in einem großen Vertrauensverhältnis mit dem Koalitionspartner erfolgt. Wir haben eine solide Mehrheit im Parlament. Und solange diese Mehrheit da ist, gibt es diese Regierung. Bisher sehe ich keine Anzeichen, dass es diese Mehrheit nicht mehr geben würde. Daher ja, es wird diese Koalition und diese Regierung bis zum Ende der Legislaturperiode (2024, Anm.) geben. Die Grünen kennen mich. Ich glaube, sie schätzen mich, obwohl ich Innenminister war, weil sie immer gewusst haben, woran sie bei mir sind. Es gibt auch viele Kontinuitäten in diesen Brüchen. Ich habe mit den Grünen die schwierigsten Themen verhandelt und mit ihnen schwierige Phasen durchlebt. Jetzt haben wir gar nicht lange diskutieren müssen. Wir haben nur geschaut, wie wir den Übergang gut aufsetzen können.

Sie haben uns gezeigt, wie sehr die Räume, in denen wir hier sitzen, von den Symbolen der Republik geprägt sind. Welcher Bundeskanzler dieser Zweiten Republik ist Ihr Vorbild?

Nehammer: Leopold Figl (ÖVP-Bundeskanzler 1945-1953, Anm.). Er hat eine einzigartige Biografie. Er war 1945 in der Todeszelle eingesperrt. Die Russen waren schon nah. Da hat sich der Gefängnisdirektor gedacht, er macht für sich selber einen Deal, indem er Figl herauslässt und dann sagen kann, er hat etwas Gutes getan. Figl hat darauf bestanden, dass alle, die mit ihm einsaßen, freigelassen wurden. Diese Form des füreinander da Seins ist einzigartig. Später wurde Figl in der Partei am meisten dafür kritisiert, dass er so ein Verbinder war.

Ist auch Sebastian Kurz ein Vorbild?


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