Nach Tornados in den USA mehr als 70 Tote allein in Kentucky
Auch in anderen Bundesstaaten kosteten Stürme mehrere Menschen das Leben, Kentucky wurde aber mit Abstand am härtesten getroffen. Medien berichteten von mehr als 30 Tornados in Kentucky, Mississippi, Missouri, Arkansas, Illinois und Tennessee. Demnach wird befürchtet, dass es insgesamt um die 100 Todesopfer gibt.
Frankfort (Kentucky) – Mehr als 70 Menschen sind bei den verheerenden Tornados in den USA allein im besonders schwer betroffenen Bundesstaat Kentucky ums Leben gekommen. Mit Stand Montagnachmittag (Ortszeit) liege die Zahl der bestätigten Toten bei 74, sagte Kentuckys Gouverneur Andy Beshear. "Zweifelsohne wird es mehr geben." Schon zuvor war die Hoffnung geschwunden, weitere Überlebende zu finden. US-Präsident Joe Biden kündigte an, das Katastrophengebiet am Mittwoch zu besuchen.
Auch in anderen Bundesstaaten kosteten Stürme mehrere Menschen das Leben, Kentucky wurde aber mit Abstand am härtesten getroffen. Medien berichteten von mehr als 30 Tornados in Kentucky, Mississippi, Missouri, Arkansas, Illinois und Tennessee. Demnach wird befürchtet, dass es insgesamt um die 100 Todesopfer gibt.
Es handle sich um "die schlimmsten Tornadoschäden, die man sich vorstellen kann", berichtete der sichtlich erschütterte Gouverneur von Kentucky. Es seien "sicher die schlimmsten in unserer Geschichte". Mehr als 100 Menschen würden noch vermisst. "Wir wissen noch nicht, wie viele Leben verloren gegangen sind und wie groß das Ausmaß des Schadens ist", sagte Biden. Auf Bitten seines Parteifreundes Beshear rief der demokratische US-Präsident das Unglück zur Großkatastrophe aus und machte damit nach der bereits zuvor erfolgten Ausrufung des Notstandes den Weg für zusätzliche Bundeshilfen frei.
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In Edwardsville in Illinois starben sechs Mitarbeiter in einem Amazon-Lagerhaus während ihrer Nachtschicht. Feuerwehrchef James Whiteford sagte am Sonntag, der Fokus der Helfer wechsle jetzt von Rettung zu Bergung, was Befürchtungen weckte, dass die Opferzahl noch steigen könnte.
Laut Wissenschaftern nimmt die Heftigkeit von Naturkatastrophen durch den Klimawandel zu. Es sei bekannt, "dass alles intensiver wird, wenn sich das Klima erwärmt", sagte Biden.
Papst Franziskus gedachte unterdessen der Opfer der Tornados in den USA. Er bete dafür, dass Gott den Opfern ewigen Frieden gewähre, den Hinterbliebenen Trost spende und alle Betroffenen stärke, hieß es in einem am Montag vom Heiligen Stuhl veröffentlichten Telegramm an den Vorsitzenden der US-Bischofskonferenz, José Horacio Gómez. Das Oberhaupt der katholischen Kirche dankte in dem Schreiben auch den Helfern für ihren "unermüdlichen Einsatz".
Klimawandel erhöht Heftigkeit von Naturkatastrophen
Wissenschafter warnen immer wieder davor, dass die Heftigkeit von Naturkatastrophen durch den Klimawandel zunimmt. Es sei bekannt, "dass alles intensiver wird, wenn sich das Klima erwärmt", sagte Biden. Welchen Einfluss dies genau auf diese Tornado-Serie gehabt habe, könne er aber nicht sagen.
Eine Kondolenzbotschaft erhielt Biden vom russischen Staatschef Wladimir Putin, mit dem er erst am Dienstag einen Videogipfel zur Ukraine-Krise abgehalten hatte. In dem Telegramm bekundete Putin laut Kreml sein "aufrichtiges Beileid" wegen des Tornado-Desasters. Papst Franziskus sagte, er bete "für die Opfer des Tornados, der Kentucky getroffen hat". (APA/AFP)