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Nach Unfall mit sieben Toten in Luttach: Schadenersatz ausgezahlt

Zwei Jahre nachdem ein Südtiroler in Luttach in eine deutsche Reisegruppe gefahren ist, dabei sieben Menschen getötet und sieben weitere zum Teil schwer verletzt hat, haben sich die Opfer mit der Versicherung des Todeslenkers auf Schadenersatz geeinigt.

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Sieben junge Deutsche starben bei dem Unfall in Luttach.
© PIERRE TEYSSOT

Luttach – Sieben Tote und sieben Schwerverletzte forderte ein Unfall Anfang Jänner 2020 im Südtiroler Luttach, bei dem eine deutsche Reisegruppe von einem betrunkenen damals 27-jährigen einheimischen Lenker erfasst wurde. Zwei Jahre später haben sich nun Angehörige und Opfer, die damals verletzt wurden, mit der Versicherung des Unfallfahrers auf eine Entschädigungssumme geeinigt. Das Geld wurde verteilt und ausgezahlt. Nachdem diese außergerichtliche Einigung erzielt wurde, haben sich die Kläger aus dem Verfahren zurückgezogen, das berichtet die Südtiroler Tageszeitung Dolomiten.

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Anwalt Markus Wenter, der die meisten der 79 Geschädigten vertritt, hatte am Montag mitgeteilt, dass sich seine Mandanten nach einer ursprünglichen Forderungen von 18 Millionen Euro auf eine Deckungssumme von zehn Millionen Euro geeinigt hätten.

Gegen den Unfallfahrer Stefan L. wird wegen fahrlässiger Tötung im Straßenverkehr und wegen fahrlässiger schwerer bzw. schwerster Körperverletzung im Straßenverkehr ermittelt. Amtsgutachter Dario Raniero soll heute vor Gericht darlegen, ob die Opfer möglicherweise bewusstseinsverändernde Substanzen im Blut hatten. Der Verteidiger des Angeklagten würde dies als Hinweis auf eine Mitschuld der Opfer einstufen.

Leben der Opfer unwiderruflich zerstört

Die Versicherung des Unfallfahrers aus dem Ahrntal hat hingegen seine Alleinverschulden bereits anerkannt und so den Weg für eine einvernehmliche Lösung mit den Opfern und den Hinterbliebenen geebnet. Insgesamt stellten 79 Personen Schadenersatzansprüche: die Hinterbliebenen der Todesopfer, die Familien der Verletzten und die Verletzten selbst.

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Wie die Dolomiten berichteten, hat der Unfall das Leben vieler junger Menschen unwiderruflich zerstört. Ein Betroffener sei zum Pflegefall geworden und ans Bett gefesselt, andere Betroffene leiden noch heute unter ständigen Schmerzen, körperlichen Einschränkungen und den psychischen Folgen.

Dass eine Einigung mit der Versicherung erzielt werden konnte, ersparte den Opfern und Angehörigen einen Schadenersatzprozess, der sich wohl über Jahre hingezogen hätte, glaubt Wenter. Unabhängig von der Einigung dürfte die Staatsanwaltschaft demnächst Anklage gegen den Todeslenker erheben. An diesem Montag steht der Abschluss der Beweisaufnahme an. (TT.com)


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