Nightjet: ÖBB-Nachtzug fährt nun auch nach Paris

Heute Abend startet der erste Nachtzug in Wien. Morgen um 9.42 Uhr soll dieser in Paris ankommen. Dieses Angebot fährt in Zukunft drei Mal wöchentlich.

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Per Nightjet in die Stadt der Liebe. Seit heute drei Mal wöchentlich möglich.
© APA/GEORG HOCHMUTH

Wien – Der Ausbau der Nachtzüge in Europa geht weiter: Heute Abend startet am Wiener Hauptbahnhof der erste ÖBB-Nightjet nach Paris. Künftig wird drei mal wöchentlich diese Verbindung angeboten, Fahrgäste können über Nacht im Sitzwagen, Liegewagen oder im Schlafwagen in die französische Metropole reisen. Der Direktzug nach Paris lässt die Geschichte des Orient-Express, der bis 2007 auf dieser Verbindung unterwegs war, wieder aufleben.

Die Premierenfahrt des Nightjet wird von Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne), dem französischen Verkehrsminister Jean-Baptiste Djebbari sowie ÖBB-Chef Andreas Matthä verabschiedet. Die Verbindung ist - gemeinsam mit der am 12. Dezember gestarteten Nightjet-Verbindung Zürich-Amsterdam - die erste neue Nachtzug-Linie, auf die sich die europäischen Bahnunternehmen ÖBB, DB, SNCF und SBB Ende 2020 geeinigt haben, um einen weiteren Beitrag zum Ausbau des europäischen Nachtzugnetzes zu leisten.

Montag, Donnerstag und Samstag von Wien nach Paris

Jeweils am Montag, Donnerstag und Samstag fährt der Nachtzug künftig vom Wiener Hauptbahnhof über St. Pölten, Linz, Salzburg und München nach Straßburg und Paris Gare de l'Est. Abfahrt in Wien ist um 19:40 Uhr, Ankunft in Paris am nächsten Tag um 9:42 Uhr. Jeweils am Dienstag, Freitag und Sonntag wird die Verbindung von Paris zurück nach Wien angeboten.

Der Preis hängt von der Platzwahl und dem Zeitpunkt des Ticketkaufs ab: Wer früher bucht hat mehr ermäßigte Angebote. Für heuer seien die Züge schon gut gebucht, sagte ein ÖBB-Sprecher zur APA. Die Preise starten mit 29,90 Euro für ein Ticket (eine Richtung) im Sitzwagen, 59,90 Euro im Liegewagen und 79,90 Euro im Schlafwagen. Ohne Ermäßigung kostet etwa ein "Bettplatz" im Schlafwagen (drei Betten) mit Frühstück, Dusche und WC 219,90 Euro. Der Liegewagen (vier Liegen) ist mit 154,90 Euro für ein Ticket etwas günstiger, am günstigsten kommt man im Sitzwagen (sechs Plätze) um 109,90 Euro weg.

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Alle Tickets können in den ÖBB Reisezentren, online im ÖBB Ticketshop, in der ÖBB App und beim Kundenservice telefonisch unter +43 5 17 17 gebucht werden. Weitere Informationen zum ÖBB Nightjet sind unter www.nightjet.com auffindbar.

Frankreich plant zehn nationale Nachtzugstrecken bis 2030

Frankreich plant bis zum Jahr 2030 etwa zehn nationale Nachtzugstrecken. Das kündigte der französische Transport-Staatssekretär Jean-Baptiste Djebbari am Sonntagabend anlässlich der Wiedereröffnung zweier nationaler Nachtzugverbindungen an. "Die Passagiere wollen Komfort, das ist normal. Es wird neue Schlafwagen geben, aber auch Liegewagen und Sitzplätze", sagte Djebbari.

Der französische Transport-Staatssekretär Jean-Baptiste Djebbari.
© Ludovic MARIN/AFP

Zudem solle Paris per Nachtzug mit mehreren europäischen Hauptstädten verbunden werden. Djebarri nannte neben Berlin auch Madrid, Rom, Kopenhagen und Stockholm. Die 2014 eingestellte Nachtzugverbindung zwischen Berlin und Paris soll Ende 2023 wieder eröffnet werden.

Am Sonntagabend nahmen die Nachtzüge der französischen Bahn SNCF zwischen Paris und Briançon in den Alpen sowie Paris-Tarbes-Lourdes in den Pyrenäen den Betrieb wieder auf. Neue Waggons sollen von 2025 an geliefert werden. Laut dem Staatssekretär will Frankreich etwa 800 Millionen Euro in 300 Waggons, etwa 30 Lokomotiven und zwei Reparaturwerke investieren.

Frankreich hat die Nachtzüge als Alternative zu emissionsstarken Kurzstreckenflügen relativ spät wieder entdeckt. Die österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) haben bereits neue Schlafwagenmodelle auf der Schiene und bieten seit heute, Montag, auch die Strecke Wien-München-Paris an.

Der Pariser Bahnhof Gare d'Austerlitz bietet Reisenden der ersten Klasse nun auch die Möglichkeit, gratis am Bahnhof zu duschen. Künftig sollen auch Passagiere der zweiten Klasse das Angebot kostenpflichtig nutzen können. (APA/AFP)


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