Die gute Geschichte: Aus Fremden wurden Freundinnen

Beim Tiroler Roten Kreuz haben sich die Deutsche Josi und Tulin aus Syrien kennen und schätzen gelernt.

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Zwei, die sich getroffen haben: Für Josi (rechts) und Tulin war und ist Tirol Neuland, das die beiden gemeinsam erkunden.
© Rotes Kreuz Tirol

Innsbruck – Josephin – oder Josi, wie sie von ihren Freunden genannt wird – ist 19 Jahre alt und kommt aus Deutschland. Die 20-jährige Tulin stammt aus Syrien. Beim Roten Kreuz Tirol haben sich die beiden kennen gelernt. Das war vor ungefähr drei Monaten und mittlerweile ist aus der ersten Begegnung der beiden eine tiefe Freundschaft geworden.

Heuer im Frühjahr hat Josi maturiert und wie jeder junge Mensch hat sie sich die Frage gestellt, wie es nun weitergeht. Für die junge Deutsche war klar, dass sie sich sozial engagieren will. Ein europäisches Freiwilligenjahr sollte es werden, abgewickelt über den European Solidarity Corps. „Dass ich die Chance habe, mich mit humanitärer Hilfe auseinanderzusetzen und zum europäischen Solidaritätsgedanken beizutragen, hat mich angesprochen. Und dass ich nun in den Bergen gelandet bin, gefällt mir besonders gut, weil ich die Berge liebe“, meint Josi. Mittlerweile unterstützt sie schon seit Wochen das Rotkreuz-Team im Migrations- und Gesundheitsbereich und fühlt sich dort angekommen.

Das ist auch Tulin. Ihre Familie hat Syrien 2015 verlassen müssen, „weil wir dort nicht mehr in Freiheit und Sicherheit leben konnten“, sagt sie. Ihre Reise hat in Tirol geendet und in ihrer zweiten Heimat haben sie und ihre Familie mittlerweile Fuß gefasst. Tulin war es ein Anliegen, die Erfahrungen, die sie gemacht hat, weiterzugeben. Also engagiert auch sie sich ehrenamtlich.

Als Josi im September in Innsbruck aus dem Zug gestiegen ist, kannte sie niemanden. Eine fremde Stadt, Familie und Freunde weit weg, ein neuer Job und Gepflogenheiten. Weil Tulin weiß, wie sich das Fremdsein anfühlt, war es für sie selbstverständlich, Josis Buddy zu werden. Die Frauen haben sich kennen gelernt und waren sich auf Anhieb sympathisch. Aus Sympathie ist mittlerweile Freundschaft geworden und so ziehen die beiden gemeinsam los, um die Ecken der Stadt und das Umfeld zu erkunden. Das Fremdsein haben sie als Chance wahrgenommen und daraus eine enge Freundschaft geknüpft. (TT)

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