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TT-Analyse zur Formel 1: Viel Show, hohe Quoten und lächelnde Besitzer

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Daniel Suckert

Analyse

Von Daniel Suckert

Dass eine der wohl besten Formel-1-Saisonen aller Zeiten ein so unrühmliches Ende am grünen Tisch erfährt, war genau das, was alle Beteiligten vermeiden wollten. Und da Mercedes bis Donnerstag noch einmal Berufung einlegen kann, droht eine juristische Verlängerung.

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Die Kontroverse im Abu-Dhabi-Finale hat fast nur Verlierer hervorgebracht. Da ist ein Rennleiter namens Michael Masi, der der Motorsport-Welt unbedingt einen großen Showdown servieren wollte. Als dem Australier dafür die Runden ausgingen, nützte er die Grauzonen im Regelwerk. Jener Masi, der in Belgien die Boliden bei sintflutartigen Regenfällen drei Runden hinter dem Safety-Car fahren ließ, um dafür WM-Punkte zu vergeben.

Da wäre natürlich auch Toto Wolff (Mercedes-Motorsportchef), der sich von Masis Entscheidung betrogen fühlte. Als Chef eines Rennstalls, der pro Saison mit bis zu einer halben Milliarde Dollar hantiert und für Tausende Jobs verantwortlich ist, verständlich. Trotzdem wirkt er wie der schlechte Verlierer. Spannend wird, wie die Daimler-Führung weiter vorgeht. Die Formel 1 ist eine Plattform, auf der man einen weltweiten Werbewert von knapp zwei Milliarden Dollar generiert. Mit Blick auf die Auto-Verkaufszahlen ist ein Image als schlechter Verlierer pures Gift.

Aber auch die Herren von Red Bull gaben keine gute Figur ab. Die Opferrolle wurde wochenlang zelebriert. Was hätte Motorsportkonsulent Helmut Marko wohl getan, wenn es umgekehrt abgelaufen wäre? Seine erneute Drohung eines Red-Bull-Ausstiegs im Falle des Erfolgs eines zweiten Mercedes-Einspruchs lässt tief blicken.

Am Ende des Tages gibt es aber auch einen großen Gewinner des hochexplosiven Spektakels: die US-Mehrheitsbesitzer Liberty Media. Die Königsklasse auf vier Rädern ist in aller Munde, servierte Rekord-Quoten (allein 1,1 Millionen Zuschauer im ORF) und man etablierte das PS-Produkt inklusive Netflix-Serie endlich am so begehrten US-Markt. Man muss nur aufpassen, dass der Show-Faktor nicht den Sport überrundet.


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