Innsbrucker Brandstifterin in Anstalt eingewiesen

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Zweimal musste die Feuerwehr in den Saggen anrücken.
© Fellner

Im März und im Mai hieß es für die Innsbrucker Feuerwehr heuer „Einsatzort Mozartstraße“. Zweimal handelte es sich um eine Zündlerei durch die gleiche Täterin. Eine 56-jährige Bewohnerin hatte sich dazu hinreißen lassen – allerdings nicht, weil es sich bei der alleinstehenden Frau um eine Pyromanin gehandelt hätte. „Hier geht es um eine Kranke und nicht um eine Kriminelle!“, umriss es gestern am Landesgericht Verteidiger Adolph Platzgummer. Sechs Monate verbrachte seine Mandantin bereits in Untersuchungshaft – zwölf Monate bis zehn Jahre Haft drohten ihr für Brandstiftung.

Angezündet hatte die Frau Kleidung im Keller und den Kunststoffefeu am Nachbarbalkon. Kleine Ursache, große Wirkung: Die Florianijünger mussten mit Atemschutz anrücken und Hausbewohner evakuieren. Im Prozess beteuerte die Frau ihre Scham: „Ich hatte mir nie gedacht, jemals kriminell zu werden!“ Gerichtspsychiater Reinhard Haller zeichnete jedoch eine behandlungsbedürftige instabile Persönlichkeitsstörung, welche aus einer depressiven Anpassungsstörung und der Gewöhnung an Benzodiazepin-Beruhigungsmittel resultiere. Aufgrund der an sich unbegründeten Wiederholungstat bestehe weiter Gefährlichkeit. Staatsanwältin Christine Knapp-Brucker forderte ein generalpräventives Zeichen für eine zweifache Brandstiftung. 18 Monate Haft kombiniert mit einer Anstaltseinweisung ergingen nicht rechtskräftig.


Ein aufmerksamer Lokführer hatte einen bereits 64-jährigen Tiroler bei der Aufzucht von Marihuana auf dessen Balkon beobachtet. Dieser hatte ab 2010 40 Kilo Suchtgift gewonnen. 130.000 Euro hatte er damit verdient, den Rest selbst verraucht. Der Erlös muss zurück an die Republik, der Rentner für drei Jahre in Haft. (fell)

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