Die gute Geschichte: Spenden aus Tirol für eine gesunde Jause in Bolivien

Kein regional produziertes Schulfrühstück ohne die Tumbofrucht.

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Die Bauern des Bezirks Sacaba in Bolivien haben sich zusammengeschlossen.
© Bruder und Schwester in Not

Scaramba – Andere Länder, andere Sitten, heißt es in einem Sprichwort. Manche Dinge sind allerdings überall auf der Welt gleich. Zum Beispiel, dass Schulen mithelfen, Kindern Wissen über gesunde und regionale Nahrungsmittel zu vermitteln. Damit das möglich wird, braucht es zahlreiche helfende Hände und Organisation im Vorfeld. So auch in Sacamba, einer Stadt in Bolivien: Was bei uns Äpfel und Vollkornbrot sind, sind hier Kartoffelbrot und regional produzierte Tumbofrüchte. Diese bis zu 14 Zentimeter langen Früchte stammen aus den tropischen und subtropischen Gebieten Lateinamerikas und sind mit der Passionsfrucht verwandt. Im Bezirk Sacaba werden sie vielfach in kleinbäuerlichen Betrieben angebaut und bei Marktständen oder neben Straßen verkauft. „Ihre Produkte auf den Markt zu bringen, ist für die Bäuerinnen und Bauern sehr aufwändig!“, erzählt Eduardo Vasquez Uriona, Geschäftsführer von Yachay Chhalaku, der lokalen Partnerorganisation von Bruder und Schwester in Not.

Umgekehrt reicht die Absatzmenge eines einzelnen bäuerlichen Betriebs nicht für den Bedarf des Schulfrühstücks der Schulen im Bezirk aus. Durch den Einsatz von Yachay Chhalaku haben sich im Bezirk Sacaba nun die Produzentinnen und Produzenten zusammengeschlossen. Die geernteten Tumbofrüchte werden gemeinsam gepresst und verarbeitet. Der Saft als Endprodukt wird direkt an Schulen im Bezirk Sacaba geliefert. „Die Öffnung eines Marktes wie des Schulfrühstücks bedeutet einen sicheren Absatz für die Tumbofrucht, aber auch eine Ankurbelung der Wirtschaft, eine Stärkung der lokalen Produktion und des Zusammenhalts der Produzenten“, so Eduardo Vasquez Uriona. Die Schulen wiederum haben den Vorteil der direkten und verlässlichen Anlieferung regionaler Produkte. Ermöglicht wurde der Aufbau dieser Kooperation durch Spenden aus Tirol an die diözesane Stiftung Bruder und Schwester in Not. Und den Kindern schmeckt es. (TT)


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