Fentanyl-Pflaster gingen an Süchtige: 37-jähriger Frühpensionist vor Gericht

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Fentanylpflaster als Drogenersatzmittel: Das stark süchtig machende Schmerzmittel hat die zwanzigfache Wirkung von Heroin.
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Innsbruck – Am Drogenschwarzmarkt wird mit etlichen Substanzen gehandelt. Besonders beliebt bei Süchtigen: rezeptpflichtige Medikamente, die in überdosierter Falschanwendung günstigen Drogenersatz darstellen.

Erst im Oktober wurde ein Arzt zu 18 Monaten bedingter Haft und 25.200 Euro Geldstrafe verurteilt, weil er in auffallender Leichtgläubigkeit „Patienten“ bis zu 1560 Fentanyl-Pflaster verschrieben hatte – ein extrem süchtig machendes Schmerzmittel, das hundertfach stärker als Morphium und zwanzigfach stärker als Heroin ist. Auch heute war am Landesgericht wieder von diesem Arzt die Rede. Allerdings handelte es sich heute um Suchtgiftkranke, welche die Pflaster unter Vorspiegelung von starken Rückenschmerzen erschlichen hatten. Ein 37-jähriger Frühpensionist hatte diese Pflaster dann nicht nur selbst geklebt und in Teilen gekaut, sondern auch rund 60 Stück an seine ebenso süchtige Freundin weitergegeben. Vor Gericht beschwor der HIV-Positive, dass die Frau bereits Erfahrung mit Fentanyl gehabt hätte. Zehn Monate bedingte Haft und 960 Euro Geldstrafe ergingen nicht rechtskräftig. (fell)

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