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Abtauchen in Unterwasserwelten

Einladung zum Après-Ski der anderen Art: Kunst von Miquel Barceló in der alten Seefelder Feuerwehrhalle.

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„Gran Thunnus“, 2015 von Miquel Barceló auf eine 160 x 240 Zentimeter große Leinwand gemalt.
© KiS/Jablonka

Von Edith Schlocker

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Seefeld – Miquel Barceló ist ein Superstar der internationalen Kunstwelt. 2009 vertrat der heute 64-Jährige Spanien bei der venezianischen Biennale, fünf Jahre nachdem der Louvre 300 seiner Dante-Zeichnungen gezeigt hatte. Aktuell präsentiert die Londoner Dependance der Salzburger Galerie Ropac Keramiken des Multitalents – und Rafael Jablonka in seiner kleinen Seefelder Kunsthalle eine Reihe von Gemälden und Zeichnungen unter dem Motto „Das Tier in dir“.

Alles Arbeiten, die der zum Wahl-Seefelder gewordene ehemalige Galerist aus seinem Depot geholt hat. Um glücklich zu sein, einige davon seit vielen Jahren erstmals wieder an einer Wand hängen zu sehen. Etwa die 2000 gemalten „Des meduses“, die mit dem Format von 235 mal 375 Zentimeter zeigen, dass es Miquel Barceló ganz groß mag.

Der in seinem mallorquinischen Atelier malend gern in Unterwasserwelten abtaucht. Das Ergebnis sind sinnlich aufgeladene Bilder voller Geheimnisse und Uneindeutigkeiten, könnte doch der Thunfisch, der eine komplett in Blau getauchte Arbeit durchsurft, doch genauso eine Landschaft oder schlicht und einfach „nur“ pure Malerei sein. Wobei sich das Assoziative mit zunehmendem Sehabstand erschließt, während sich von der Nähe zeigt, dass Barceló auch malend letztlich ein Bildhauer ist. Indem er seine Leinwände nicht nur mit unterschiedlich harten Pinseln und Bürsten bearbeitet, sondern diese gern auch auffaltet, dreidimensional collagiert oder Zigarettenkippen in pastose Farbmassen drückt.

2009 hat der Künstler in seinem Pariser Atelier Rafael Jablonka gemalt. Der das rot grundierte, in delikater Monochromie zelebrierte Hochformat sehr mag, weil er sich in ihm erkennt. Besetzt mit Versatzstücken des Realen, die genauso mit dem Porträtisten wie dem Porträtierten zu tun haben. Nur wenige Bleistiftstriche genügten Barceló wiederum, um dem polnischen Lyriker Adam Zagajewski ein berührend zartes Denkmal zu setzen.

Alte Feuerwehrhalle.

Münchner Straße 271, Seefeld; bis 13. März, Fr–So 15–17 Uhr. Eröffnung heute 15–18 Uhr


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