ÖRV-Generalsekretär Ruetz: „Sind unseren Athleten Weltcup mit Fans schuldig“

Der Kunstbahnrodel-Tross steckt in einer Blase. Zum Weltcup in Igls sind 300 Zuschauer erlaubt, Kontakt zu Athleten dürfen sie nicht haben.

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Noch ein letzter Blick: In Igls ist man für den Kunstbahnrodel-Weltcup gerüstet.
© Kristen

Von Guenter Almberger

Innsbruck – Ein Leben in der Blase. Tests, getrennte Trainingsgruppen oder eingeschränkte Bewegungsradien. Die Athleten, Trainer und Funktionäre des Kunstbahnrodel-Weltcup-Trosses haben damit zu leben gelernt. Doch auch in der Blase gibt es keinen 100-prozentigen Schutz vor einer Corona-Infektion. Diese Erfahrung machten im Vorfeld des Weltcup-Wochenendes in Igls mit Dajana Eitberger und Felix Loch zwei deutsche Top-Athleten, die vor der Anreise positiv getestet wurden.

„Bei den Tests vor Ort sind keine weiteren positiven Fälle hinzugekommen“, gab Christoph Schweiger, Exekutivdirektor des Internationalen Rodelverbandes FIL, Entwarnung. Bei der betroffenen deutschen Mannschaft wurden zusätzliche Vorkehrungen getroffen. „Die Teammitglieder wurden isoliert in Einzelzimmern untergebracht. Die Deutschen haben ein sehr striktes Covid-19-Hygienekonzept, testen zusätzlich zu den FIL-Vorgaben täglich. Trotzdem kann man solche Fälle leider nie ausschließen“, so Schweiger. Um mögliche positive Personen so schnell wie möglich herauszufiltern, müssen alle täglich ein Gesundheits-Protokoll führen. So hat etwa jeder in der Früh seine Körpertemperatur zu messen.

„Die Eigenverantwortung entscheidet, wie gut das System funktioniert. Es muss jedem bewusst sein, was er für die Gruppe für eine Verantwortung trägt. Wir wissen als FIL nicht, was rund um die Uhr passiert, aber ich behaupte, dass sich der Großteil sehr vorbildlich verhält“, betont der FIL-Exekutivdirektor. Einen besonderen Dank will der Tiroler an die Tiroler Landesregierung senden: „Durch die unkomplizierte Organisation können wir mit über 50 Athleten und Betreuern direkt nach den Rennen am Sonntag in die Messehalle kommen, um dort Impfungen durchführen zu lassen. Viele hätten sonst keine Möglichkeit, sich rechtzeitig vor Olympia zu boostern.“

Im Vergleich zur Vorsaison werden dieses Mal wieder Fans in Igls erlaubt sein, die aber nicht in Kontakt mit den Athleten kommen dürfen. „Wir veranstalten den Weltcup als 2-G-Event. Wir haben eine Obergrenze von 300 Zuschauern. Das ist in der aktuellen Verordnung so verankert, da wir an der Bahn keine zugeordneten Sitzplätze haben“, erklärt ÖRV-Generalsekretär Helmut Ruetz, der in Igls als Covid-Beauftragter agiert. Trotz der Auflagen stand eine „Geister-Veranstaltung“ nicht im Raum:

„Es wäre für uns das Einfachste gewesen, wenn wir gesagt hätten, wir lassen keine Zuschauer zu. Aber das sind wir unseren Athleten schuldig, dass sie bei ihrem Heimrennen auf Familie und Freunde an der Bahn zählen können“, so Ruetz.


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