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Menschen mit Behinderung oft Opfer von Gewalt

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Die meisten Übergriffe passieren in den eigenen vier Wänden. Pandemie und Lockdowns haben die Situation verschlimmert.
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Innsbruck – Die eigenen vier Wände sind der Ort, an dem es am häufigsten passiert. Aber auch Einrichtungen, Tagesstruktur, Schule und der öffentliche Raum sind Tatorte. Die Rede ist von Gewalt gegen Menschen mit Behinderungen – körperlicher, sexueller sowie psychischer Gewalt. Lockdowns und Ausgangsbeschränkungen haben die Situation zusätzlich verschärft.

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„Oft wissen Menschen mit Lernschwierigkeiten gar nicht, was Gewalt ist“, berichtet Daniela Pittl von der Peer-Beratungsstelle Wibs, wo Menschen mit Lernschwierigkeiten andere Menschen mit Lernschwierigkeiten beraten. Eine Arbeitsgruppe hat dort mit Fördermitteln des Landes Tirol Plakate gestaltet, auf denen in einfacher Sprache erklärt wird, welche Formen von Gewalt es gibt und wo man Hilfe bekommt. Ebenfalls gefördert wurde das Sensibilisierungs- und Informationsprojekt „bidok gegen Gewalt“. bidok ist eine barrierefreie, digitale Bibliothek an der Universität Innsbruck und stellt vor allem barrierefrei aufgearbeitete Texte und Materialien zu den Themen Behinderung, Inklusion und Disability Studies zur Verfügung. Erarbeitet werden diese mit der Mitwirkung von Menschen mit Behinderungen. „Das Projekt zeigt deutlich, dass Gewaltprävention für Menschen mit Behinderungen nur mit der Mitwirkung von Menschen mit Behinderungen gelingen kann“, betont Projektleiterin Andrea Urthaler.

Laut einer Studie des Sozialministeriums haben mehr als acht von zehn befragten Personen mit Behinderungen bereits zumindest einmal im Leben – häufig aber öfter – psychische Gewalt erfahren, sechs von zehn Befragten auch schwere Formen psychischer Gewalt. Knapp acht von zehn der befragten Personen gaben an, körperliche Gewalt erfahren zu haben, davon nannten vier von zehn auch schwere Formen körperlicher Gewalt.

„Gewalt verkürzt Leben und macht Lebensentwürfe kaputt“, erinnert Soziallandesrätin Gabriele Fischer und ruft dazu auf, hinzusehen und bei Verdacht auch zu handeln. Nähere Informationen und eine Link-Sammlung gibt es unter gewaltfrei-tirol.at (np)


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