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Werthers ewig gültiges Leiden: Gelungene Premiere am Landestheater

Premiere von Jules Massenets dramatischer Oper „Werther“ am Tiroler Landestheater. Eine Produktion, die szenisch und musikalisch tief unter die Haut geht.

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Schmachtende Blicke, unerfüllte Liebe: Werther (Jon Jurgens) und Charlotte (Margaret Plummer).
© TLT/Gufler

Von Markus Schramek

Innsbruck – Goethes Briefroman „Die Leiden des jungen Werther(s)“ war früher Pflichtlektüre für schwer pubertierende MittelschülerInnen (ist er das immer noch?). Die schräge Ausdrucksweise des Dichterfürsten von anno 1774 sorgte beim neuzeitlichen Jungvolk für Belustigung, sogleich aber wusste man aus eigener Teenager-Erfahrung: Unglücklich verliebt zu sein à la Werther, das ist ein scheußliches inneres Gewühl und Gefühl. Da kann Frau Vernunft noch so eindringlich raten: „Lass es gut sein, es hat keinen Sinn!“

Goethes literarische Vorlage löste schon beim Erscheinen einen – heute würde man sagen – Hype aus. 100 Jahre später, knietief im Zeitalter der (musikalischen) Romantik angekommen, lieferte der Roman dem Franzosen Jules Massenet die passgenaue Inspiration für eine Oper: „Werther“ (auf Französisch „Wer’tär“ gesprochen) heißt besagtes Opus des Komponisten, 1886 finalisiert.

Im französischen Original kommt „Werther“ nach dem Lockdown nun auf die Bühne des Tiroler Landestheaters, am Donnerstag war Premiere. All jenen, die Weihnachtseinkäufe erledigen sollten und aktuell über keine Zeit zum Weiterlesen verfügen, sei folgender Hinweis schon vorab mit auf den Weg gegeben: Schauen Sie sich das an!


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