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Oktoberfestanschlag von 1980: Opfer von Wiesn-Attentat erringt Einigung vor Gericht

Als Zwölfjähriger wird Robert Höckmayr beim Attentat auf das Oktoberfest schwer verletzt. Zwei jüngere Geschwister sterben vor seinen Augen. Nun einigt er sich mit dem Freistaat Bayern auf eine höhere Grundrente als Entschädigung. Sein Anwalt sieht im Verfahren auch eine prinzipielle Bedeutung.

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Die Bilder des 26. September 1980 verfolgen Robert Höckmayr bis heute.
© dpa

München – Mehr als vier Jahrzehnte nach dem rechtsextrem motivierten Oktoberfestattentat hat sich ein Überlebender mit dem Freistaat Bayern auf Entschädigungszahlungen geeinigt. Der 53-jährige Robert Höckmayr, der bei der Bombenexplosion 1980 schwer verletzt worden war, stimmte vor dem Sozialgericht München einem Vergleich zu. Demnach steht ihm eine sogenannte Grundrente in Höhe von 60 Prozent zu.

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Höckmayr hatte geklagt, weil er die bislang gezahlte Rente in Höhe von 50 Prozent als zu niedrig ansah, zumal sich seine körperliche und seelische Gesundheit in den vergangenen Jahren weiter verschlechtert habe. Der Betroffene macht unter anderem Schäden an Wirbelsäule und Gehör geltend, zudem eine posttraumatische Belastungsstörung. Diese erkennt der Freistaat nun erstmals in vollem Umfang an. Die neue Regelung bedeutet laut seinem Anwalt knapp 400 Euro zusätzliche Rentenzahlungen pro Monat. Sie werden rückwirkend ab 2015 gezahlt.

Höckmayr war als Zwölfjähriger bei dem Bombenanschlag schwer verletzt worden. Vor seinen Augen starben zwei jüngere Geschwister. Bei dem Anschlag des rechtsextremen Studenten Gundolf Köhler waren am 26. September 1980 zwölf Wiesn-Besucher und Köhler getötet worden. Köhlers Bombe enthielt knapp 1,4 Kilogramm TNT; Nägel erhöhten die Zerstörungskraft. Mehr als 200 Menschen wurden verletzt.

Ein „Trümmerfeld" vor den Augen

Bis heute hat Höckmayr Splitter im Körper; Dutzende Male wurde er operiert. Er kann schlecht laufen. Auch die Bilder verfolgen ihn, ein „Trümmerfeld" mit menschlichen Körpern, abgetrennten Gliedmaßen und zerfetzten Kleidungsstücken.

Sein Anwalt Alexander Frey hatte noch vor dem Vergleich gesagt, dass es auch ums Prinzip gehe: Das Verfahren habe grundsätzliche Bedeutung für Betroffene anderer Anschläge, etwa am Olympia-Einkaufszentrum in München oder am Berliner Breitscheidplatz. Auch sie müssten oft um Unterstützung kämpfen; staatliche Hilfe komme oft zu spät oder reiche nicht. Inzwischen haben sich Betroffene verschiedener Attentate vernetzt. (dpa)


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