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Die Gute Geschichte: Wärme und ein gutes Zuhause im Barbaraladen

Der Barbaraladen in Schwaz ist mehr als ein Sozialmarkt. Er ist soziales Zentrum und ein Treffpunkt in angenehmer Atmosphäre.

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Evelyn Schiestl (l.) und Monika Geiger räumen neue Ware ins Lager.
© Caritas/Bachmann

Schwaz – „Heute ist es für viele Eltern schwierig, die Balance zu finden. Zwischen dem, was die Kinder haben möchten, und dem, was man sich gut leisten kann. Egal ob es um Kleidung oder Handys geht. Sobald Kinder heute irgendetwas nicht haben, werden sie ausgelacht“, so Monika Geiger. Als sie jung war, war das anders. Sie ist auf einem Bergbauernhof aufgewachsen: „Wir haben nicht viel gehabt. Aber zwei Dinge waren im Überfluss da: Wärme und ein gutes Zuhause.“ Heute sind die Ansprüche viel stärker auf Materielles gerichtet. Menschen geraten durch Konsumkredite in die Schuldenfalle. Die Gründe, warum das so ist, kann Geiger nicht ändern. Sehr wohl aber die Auswirkungen.

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Monika Geiger begründete im Jahr 2006 den Barbaraladen in Schwaz gemeinsam mit Pfarrer Rudolf Theuerl. Es ist ein so genannter Sozialladen, wo man Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs zu sehr günstigen Preisen kaufen kann. Die Ware kommt zum Beispiel von großen Super- oder Drogeriemärkten. Sie ist zu schade zum Wegwerfen, erfüllt aber nicht mehr die erwünschten Standards des „normalen“ Einzelhandels. Im Barbaraladen bekommt man etwa ein Kilo Mehl für 30 Cent, ein Kilo Bananen für 50 Cent. Um dieses Angebot auch nutzen zu können, braucht man eine Einkaufskarte. Dazu muss man das Einkommen offenlegen.

Wer heute in den Laden kommt, erfreut sich an der tollen Architektur. Alles ist lichtdurchflutet und freundlich. Neben dem Laden selbst gibt es noch einen Gemeinschaftsraum für Kaffee und gemeinsame Plaudereien. Denn: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Wir sind auch ein soziales Zentrum und ein Treffpunkt“, so Geiger. Die Voraussetzungen dafür waren nicht immer so ideal. Am Anfang haben Geiger und Pfarrer Theuerl improvisiert. Alles wuchs langsam, bis Pfarrer Theuerl schließlich die Finanzierung für den Bau der neuen Räumlichkeiten auf die Beine gestellt hatte. Diese wurden 2017 bezogen.

„Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Wir sind auch ein soziales Zentrum und ein Treffpunkt.“
Monika Geiger (Mitgründerin Barbaraladen)

Genauso hat sich auch die personelle Situation entwickelt. Geiger selbst ist gelernte Einzelhandelskauffrau und geht ihrer Arbeit im Markt als Angestellte der Caritas nach. Sie nahm sich der Idee des Schwazer Sozialladens an und brachte die Verwirklichung ins Rollen: „Ich habe am Anfang wirklich nicht gewusst, wie es funktionieren soll.“

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Doch auch viele kleine Schritte führen zum Ziel. Mit der Vereinsgründung wurde die rechtliche Grundlage geschaffen. Am Anfang war Geiger die einzige Angestellte. Unterstützt wurde sie nur von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. Heute gibt es zusätzlich eine Teilzeitkraft und zwei geringfügig beschäftigte Mitarbeiterinnen sowie über 20 freiwillige Frauen und Männer. Zu tun gab und gibt es viel: „Wir haben nicht alles. Aber die wichtigsten Grundnahrungsmittel gibt es immer.“ Zu schauen, dass davon zu jeder Zeit genug da ist, ist eine logistische Meisterleistung. Gemüse, Obst und Brot kommen täglich frisch. Dies sind auch – mit Fertigprodukten und Hygieneartikeln – die beliebtesten Artikel.

Seit einiger Zeit ist auch Evelyn Schiestl als Fixangestellte der Caritas mit im Boot. Sie ist Geigers Nachfolgerin im Barbaraladen. Wenn man sich mit Geiger unterhält, kann man es zwar kaum glauben: Aber im September dieses Jahres ist sie in den Ruhestand getreten. Ihre Nachfolgerin lebt im Zillertal. Ihre neue Aufgabe sieht sie nicht einfach nur als Job. Schiestl: „Man macht etwas Sinnvolles.“ Damit meint sie in erster Linie den sozialen Aspekt. Es geht ihr aber auch darum, dass Lebensmittel nicht verschwendet werden: „Alles, was wir in unserem Sortiment führen, ist noch sehr gut verwertbar. Es wäre auf dem Müll gelandet, wenn wir es nicht für den Barbaraladen bekommen hätten.“

Ein weiterer Aspekt, der zeigt, wie wertvoll Geigers Engagement ist. Sie hat den Barbaraladen mit großem Engagement und Durchhaltevermögen zu dem gemacht, was er heute ist: nicht nur ein Markt für Menschen, die über so wenig Einkommen verfügen, dass sie im normalen Supermarkt nicht einkaufen können. Sondern auch ein nachhaltiges Projekt zur klimaschonenden Vermeidung von Müll. Und das Wichtigste: Der Barbarladen ist ein Treffpunkt, wo ein freundliches und wertschätzendes Miteinander für eine angenehme Atmosphäre sorgt. Wo man verweilen, einen Kaffee trinken und Bekannte treffen kann. Viele Besucher bekommen im Barbaraladen wenigstens für die kurze Zeit ihres Aufenthalts ein bisschen Wärme und ein gutes Zuhause. (TT)


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