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Immer mehr Drogenlenker auch in Tirol: Taxifahrer in Innsbruck aus Verkehr gezogen

Die Anzahl der Anzeigen wegen Drogen am Steuer nehmen zu. Heuer wurden bereits über 500 Autofahrer unter Suchtgifteinfluss erwischt.

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Die Fahrt mit dem Taxi endete für eine Passagierin mit einem Fußmarsch. Ihr Chauffeur musste den Führerschein abgeben.
© Foto TT/Rudy De Moor

Von Thomas Hörmann

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Innsbruck – Eingeraucht und aufgeputscht von Kokain am Steuer eines Taxis: Eine Kombination, die für den 28-jährigen Lenker unangenehme Folgen hat – sein Führerschein ist seit Sonntagvormittag in Polizeigewahrsam. Dass in seinem Taxi auch noch ein weiblicher Fahrgast saß, machte die Situation nicht besser. Jetzt wird sich der Taxifahrer für die nächste Zeit eine andere Beschäftigung suchen müssen. Kein Einzelfall übrigens – die Anzahl der ertappten Drogenlenker steigt.

Aufgeflogen ist der 28-Jährige, weil er gegen 8.30 Uhr trotz gelb blinkender Ampel in der Amraser Straße in Innsbruck in eine Kreuzung einfuhr. Und das vor den Augen von zwei Beamten der Landesverkehrsabteilung, die mit einer Zivilstreife unterwegs waren. „Die Beamten haben den Taxifahrer angehalten und einem Drogentest unterzogen“, erzählt Enrico Leitgeb, stv. Leiter der Landesverkehrsabteilung. Das Ergebnis war eindeutig – das Messgerät zeigte einen laut Polizeibericht „hochpositiven Wert von Kokain und THC“ (Wirkstoff in Cannabis; Anm.) an. Damit war der Arbeitstag für den Taxifahrer beendet. Auch der Amtsarzt stellte fest, dass der 28-Jährige nicht mehr fahrtauglich war. Seine Passagierin hatte übrigens wenig Freude mit der Situation: „Sie protestierte zunächst gegen die Verkehrskontrolle“, sagt Leitgeb: „Das Angebot der Polizisten, ein anderes Taxi zu rufen, schlug sie aus und ging zu Fuß weiter.“

Der Taxilenker war einer von acht Autofahrern, die am Wochenende mit Drogen im Blut am Steuer erwischt wurden. „Die Anzahl derartiger Delikte nimmt zu“, bestätigt Leitgeb. „Heuer haben wir bis Ende November bereits bei 511 Lenkern eine Fahruntauglichkeit durch Drogen festgestellt, im gesamten Vorjahr waren es 418.“ Den Anstieg führt der Polizeioffizier vor allem auf die verbesserte Ausbildung der Beamten zurück: „Früher wurden nur Alkotests gemacht. War das Ergebnis negativ, konnte der Lenker weiterfahren.“ Inzwischen werden die Beamten eigens geschult, um Symptome eines verbotenen Konsums feststellen zu können. „Und das hat Auswirkungen auf die Statistik“, so Leitgeb weiter.


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