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Ausstellung in Galerie Maier: Symphonien aus Farbe und Licht

Zwei- und Dreidimensionales des Südtirolers Robert Bosisio in der Innsbrucker Galerie Maier.

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„Hommage an Vermeer“ (2020) von Robert Bosisio.
© Galerie Maier

Von Edith Schlocker

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Innsbruck – Der Großmeister des niederländischen Barock, Jan Vermeer, hat es dem Südtiroler Maler Robert Bosisio unübersehbar angetan. Besonders dessen „Mädchen mit dem Perlenohrring“, das er in ein geheimnisvoll diffuses Sfumato taucht, um das Bild auf diese Weise zu einer delikat durchdeklinierten Farbsymphonie zu verdichten. In der der legendäre Ohrring genauso versinkt wie das Gesicht und Gewand des Mädchens. Erhalten bleibt nur dessen charakteristische Silhouette, die individuellen Assoziationen anheizend, die den Betrachter von Bosisios Bild mit dem Original verbinden. Um auf diese Weise zu einem Objekt der Kunst zu werden, das mehr Fragen stellt als beantwortet.

Aber auch Raffael erweist der heute 58-jährige, abwechselnd im winzigen Truden und brodelnden Berlin lebende, zunehmend international gefragte Robert Bosisio in seinen neuen Bildern seine Reverenz. Seine leibhaftigen Lehrmeister an der Wiener Angewandten waren allerdings Carl Unger und Adolf Frohner, deren Expressionismus Bosisio zunehmend weniger teilt. Um sich mehr und mehr zu einem Poeten zu wandeln, einem Jongleur mit Farben und Formen, die zwar immer von Realem inspiriert sind, das sich allerdings erst mit zunehmenden Sehabstand einigermaßen erschließt.

Wobei das Motiv gern uneindeutig bleibt, spielend mit der Fantasie des Betrachters nicht zuletzt durch die Wahl extravaganter Perspektiven. Da könnte eine Wolke genauso ein verschneiter Berg sein, ein Mund Teil einer hügeligen Landschaft. Und je näher man an die in vielen Schichten zelebrierte Malerei herantritt, umso konsequenter löst sich das Reale zu purer abstrakter Malerei auf.

Neben gern schlafenden Menschen sind Räume das Lieblingsmotiv Bosisios. Sie sind immer menschenleer und zu Fluchten hintereinandergeschichtet, die sich lichtvoll im scheinbar Unendlichen auflösen. Bei Maier ist aber auch eine Reihe raffiniert überarbeiteter Pigmentdrucke weichgezeichneter Gesichter zu sehen. Die Bosisio vertikal mit einem streifigen Raster aus akkurat mit dem Lineal bzw. von Hand gezogenen Linien überzogen hat, wodurch die kleinen Arbeiten augenreizerisch zu flirren beginnen. Aber auch als Bildhauer ist der Künstler in der Schau präsent. Mit kleinen Entwürfen in Ton zu großen Arbeiten in Holz. Wie hier kauernde Figuren formuliert sind, macht allerdings klar, dass hier ein Maler zugange war.

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