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Maßnahmen bringen neue Hürden beim Einlass in der Kultur

Neue Beschränkungen, neue Sperrstunde: Die kurzfristig kommunizierten neuen Maßnahmen für die Zeit zwischen den Jahren treffen auch die Tiroler Kulturinstitutionen.

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Alltag im Tiroler Landestheater: Neben den 2-G-Kontrollen müssen ab Montag im Großen Haus für Genesene und Geimpfte außerdem gültige PCR-Tests kontrolliert werden.
© Falk

Von Barbara Unterthurner

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Innsbruck, Erl, Wien – Die am Mittwoch verkündeten, neuerlichen Einschränkungen der Publikumszahlen im Zuge der Corona-Pandemie haben die Kulturbranche auf dem falschen Fuß erwischt. Neue Hürden verlangen einmal mehr ein hektisches Umplanen, zumal die Regelungen bereits ab kommenden Montag gelten werden. Auch bei den Tiroler Kulturinstitutionen stellt sich die Frage, wie und in welcher Form Veranstaltungen abgehalten werden können. Reduziert man die Auslastung oder setzt man auf unterschiedliche Regelungen je nach Kapazität? Mehrere Wege, ein Ziel: Die Ansteckungen in den nächsten Tagen so gering wie möglich zu halten.

Ab 27. Dezember gilt bei Veranstaltungen also eine Obergrenze von 500 Personen bei zugewiesenen Sitzplätzen unter 2-G-Regel, von bis zu 1000 Menschen bei 2-G-plus-Vorgabe und von bis 2000 Personen, wenn diese allesamt den dritten Stich und einen PCR-Test vorlegen können. Die Maßnahmen sind zunächst für den Zeitraum bis 31. Dezember vorgesehen.

• Das Tiroler Landestheater will vor einer endgültigen Entscheidung zwar die dazugehörige Verordnung abwarten, ein vorläufiger Fahrplan für kommende Woche steht aber bereits: Man wird die festgesetzten Obergrenzen ausreizen, reduziert wird bewusst nicht. Das heißt also, für unterschiedliche Veranstaltungen im Haus greifen unterschiedliche Zutrittsregeln: Für Vorstellungen in den Kammerspielen (213 Plätze) gilt 2 G, also geimpft oder genesen. Im Großen Haus (755 Plätze) gilt 2 G plus, auch Geimpfte und Genesene müssen folglich einen PCR-Test vorlegen. Weiter verschärft wurden die Regelungen für das anstehende Neujahrskonzert des Tiroler Symphonieorchesters im Innsbrucker Congress. Hier bleibt das Landestheater bei den geplanten 1499 Plätzen. Eingelassen werden aber nur jene Geimpfte, die den dritten Stich vorlegen können bzw. Genesene mit zwei Impfungen. Und zusätzlich müssen alle einen gültigen PCR-Test vorlegen.

Eine Absage des Konzerts bzw. eine generelle Reduzierung der Plätze sei keine Option, heißt es aus dem Landestheater. Letztes Jahr wurden die musikalischen Neujahrsgrüße noch virtuell verschickt. Heuer wolle man vor Publikum spielen, teilt das Landestheater mit. Um jeden Preis? Dass dreifach Geimpfte zusätzlich noch einen Test vorlegen müssen, dürfte bei vielen Kulturinteressierten auf Unverständnis stoßen. Noch gibt es jedenfalls Karten für das Neujahrsevent mit Gastdirigent Alexander Shelley.

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• Einfacher machen es sich da die Tiroler Festspiele Erl, deren Winterausgabe schon am kommenden Sonntag startet. Statt der verfügbaren 734 Plätze werden hier jeweils nur 500 Tickets aufgelegt. In Erl bleibt also alles gleich, es gilt nach wie vor 2 G. Das Erler Neujahrskonzert ist übrigens bereits ausverkauft. Für alle anderen Programmpunkte sind noch Karten verfügbar.

• Ähnlich wie in Erl organisieren sich auch die Bundestheater in Wien: Burgtheater und Volksoper reduzieren ihre Sitzplatzkapazität auf 1000 Menschen, um unter 2-G-plus-Bedingungen spielen zu können. Die Staatsoper hingegen fährt weiter mit voller Auslastung, die Obergrenze liegt bei 2000 Personen. BesucherInnen müssen folglich eine Booster-Impfung und einen PCR-Test vorweisen.

• Ob das auch beim traditionellen Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker so bleibt, will man in Wien erst am kommenden Montag entscheiden. Bundestheater-Holding-Geschäftsführer Christian Kircher unterstrich gestern erneut die Gültigkeit der Regelungen bis 31. Dezember. Er appellierte an die Gesundheitspolitik, möglichst schnell Klarheit zu schaffen. Wie es ab 1. Jänner weitergehe, sei noch offen.

• Generell setzen die Theater zusätzlich zu Zutrittsbeschränkungen auf die FFP2-Maskenpflicht – auch während der Vorstellung. Für die gesamte Kultur gilt außerdem die neue Sperrstunde ab 22 Uhr, die Bundestheater werden Vorstellungen vorverlegen, hieß es gestern. Vorverlegt wird auch im Kino, in Tirol etwa im Leokino.


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