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Die gute Geschichte: Eine Welle der Hilfsbereitschaft

Junge, Ältere, Schüler, Lehrer, Ärzte und Unternehmer: Viele Tiroler unterstützen Mitmenschen in Not, wo und wie sie können, sagt Elisabeth Rathgeb. Laut der Caritas-Direktorin wird Solidarität im Land großgeschrieben.

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„Ich habe viel Rettendes erleben dürfen“, meint Caritas-Direktorin Elisabeth Rathgeb.
© Caritas/Christian Palfrader

Innsbruck – Im Eingangsbereich der Caritas stapeln sich Weihnachtspakete in allen Größen und Farben: Kinder aus benachteiligten Familien haben ihren Wunsch-Brief ans Christkind geschrieben. Die „Aktion Christkindl“ erfüllt ihn: Zahlreiche Spenderinnen und Spender holen sich einen Brief und packen stellvertretend für das Christkind wunderschöne Pakete.

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Seit Anfang September sitze ich an der Quelle der „Guten Geschichten“. Ich sammle sie bewusst und mit großer Dankbarkeit. Denn sie gleichen aus, was in der Caritas-Arbeit täglich sichtbar wird: Menschen in Not und Bedrängnis, in Sackgassen, auf der Schattenseite des Lebens, in finanziellen Engpässen oder familiären und psychischen Krisen, gefangen in Suchterkrankungen, gestrandet am Bahnhof oder durch Corona an den Rand der Existenz gebracht. Von den Problemen in unseren Partnerdiözesen ganz zu schweigen – den Folgen der Kriege in Armenien, des Terrors in Mali, des Klimawandels in Burkina Faso und fehlender Impfstoffe in allen Ländern.

„Wo Gefahr ist, wächst das Rettende auch“, sagt Friedrich Hölderlin. Ich habe viel Rettendes erleben dürfen in den vergangenen Monaten: Im November haben Berichte in den Medien über den zunehmenden Andrang in der Katharina-Stube für Obdachlose eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst: Schlafsäcke wurden abgegeben oder nigelnagelneue gespendet. Eine Firma baut mit ihren Lehrlingen gratis eine neue Dusche ein. Und eine neue Küche ist auch schon montiert. Das Highlight für die obdachlosen Menschen waren wohl die Brötchen, die durch den Lockdown nicht beim Messe-Buffet, sondern in der Katharina-Stube gelandet sind: „Wie im Fernsehen“, meinte strahlend ein älterer Mann, der schon lange auf der Straße lebt. Neulich ein Anruf: Jemand möchte eine Wohnung in Innsbruck günstig für eine Familie in Not zur Verfügung stellen. Kann die Caritas jemanden vermitteln? Natürlich. In den letzten Advent-Tagen melden sich Firmen, die statt der Corona-bedingt abgesagten Weihnachtsfeier ein Projekt unterstützen wollen.

Neben den vielen treuen Spendern und Spenderinnen, die in monatlichen Daueraufträgen oder Einzelspenden ihren Beitrag leisten, erlebe ich auch viele, die ihre Zeit spenden: Da treffe ich eine vielbeschäftigte Ärztin, die am Abend in ihrer Freizeit obdachlose Menschen in der Medcare-Ambulanz behandelt – einem Projekt mit dem Roten Kreuz. Schmunzeln muss ich noch immer über eine Frau, die sich im Alter von 80 plus für den Besuchsdienst-Lehrgang angemeldet hat. Sie ist noch sehr rüstig. „Und ich kann mit den alten Menschen in gemeinsamen Erinnerungen schwelgen. Das können die Jüngeren doch nicht“, meinte sie.

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Den Jüngeren und Jungen begegne ich bei „72 Stunden ohne Kompromiss“, wie sie voller Elan Lebensmittel für den Barbara-Laden in Schwaz sammeln und einen digitalen „Rundgang der Not“ entwickeln. Oder den Studentinnen, die im Lerncafè Nachhilfe geben oder sich im Buddy-Projekt engagieren und Menschen mit Asylstatus begleiten. Oder den Schülern und Schülerinnen, die ein „Laufwunder“ für einen Brunnen in Afrika organisiert haben. Die Aktion „Wasser zum Leben“ sorgt seit 15 Jahren dafür, dass in Burkina Faso und Mali Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser bekommen. Bischof Reinhold Stecher, der am 22. Dezember seinen 100. Geburtstag feiern könnte, hat sie mit seinen Bildern unterstützt. Er meinte einmal: „Wie wir unmittelbar nach dem Krieg mit Not und Armut konfrontiert waren und wie ein Carepaket einen ganzen Strahl von Hoffnung ausgelöst hat, da habe ich mir oft gedacht: Wie schön müsste es sein, in einem Land leben zu können, das anderen helfen kann. Diesen Traum hat mir Gottes Vorsehung in meinem Leben in ungeahnter Weise erfüllt. Die Lawine des Segens rollt bis in diese Stunde.“

Ja, die Lawine des Segens und der Hilfsbereitschaft in Tirol rollt. Da sammelt ein Pfarrer zu seinem 85. Geburtstag Brunnen-Spenden statt Geschenke. Da finanziert ein Rotary-Club mit seiner Weihnachtsspende Brunnen – unterstützt vom Alpenverein. Gute Geschichten und Menschen, die sie schreiben, gibt es in unserem Land zuhauf. Allen ein großes Danke. (E.Rathgeb)


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