Fußfessel entfernt und geflohen : Verurteilter deutscher Mörder in den Niederlanden gefasst

Der 56-Jährige hatte sich von seiner Fußfessel befreit. Anschließend flüchtete er von seinem Wohnort in der deutschen Stadt Münster. Er wurde gemeinsam mit seiner Frau in einer Wohnung im niederländischen Enschede festgenommen. Der Mann hatte in den 90er-Jahren eine 16-Jährige erwürgt.

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Enschede – Ein verurteilter deutscher Mörder ist in der Nacht auf Freitag in den Niederlanden gefasst worden. Nach Angaben der Polizei in Münster und der Staatsanwaltschaft Dortmund wurde er in Enschede in einer Wohnung festgenommen. Bei ihm war nach Angaben einer Polizeisprecherin auch seine Lebensgefährtin. Der 56-Jährige war am Dienstagabend von seinem Wohnort in der deutschen Stadt Münster geflüchtet, nachdem er sich von einer gerichtlich angeordneten Fußfessel befreit hatte.

Die Ermittler hatten das Duo mit Hilfe von Zielfahndern des Landeskriminalamtes gefunden. Die niederländische Polizei nahm den Flüchtigen fest. Zwei auf seine 54-jährige Verlobte zugelassene Autos wurden in der Nähe der Wohnung gefunden. Laut Polizei hatte die Auswertung der Daten der elektronischen Fußfessel Hinweise auf Enschede gebracht. Demnach hatte sich der Deutsche in der Vergangenheit öfter in der Wohnung rund 70 Kilometer entfernt von Münster aufgehalten. Enschede liegt nordwestlich von Münster kurz hinter der deutsch-niederländischen Grenze. Der Mann war im vergangenen Jänner, 27 Jahre nach dem gewaltsamen Tod der damals 16-jährigen Nicole S., vom Landgericht Dortmund zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er hatte die Schülerin 1993 in einem Dortmunder Vorort überfallen und erwürgt – aus sexuellen Motiven.

Anhand einer Hautschuppe überführt

2018 war der heute 56-Jährige nach einer Neuauswertung von DNA-Spuren festgenommen worden. Dabei ging es um eine Hautschuppe, die auf der Leiche der Schülerin gefunden worden war. Ein erster Prozess war wegen einer kranken Richterin geplatzt.

Nach dem Urteil hatte das Oberlandesgericht Hamm entschieden, dass der Verurteilte aus der überlangen Untersuchungshaft bis zu einem rechtskräftigen Urteil entlassen werden musste. Aus Sicht des OLG hatte sich das Landgericht zwischen den beiden Prozessen zu viel Zeit gelassen. Das OLG sah keine Fluchtgefahr. Auf Antrag der Polizei in Münster hatte das Amtsgericht Münster im April 2021 das Tragen einer Fußfessel für den Deutschen mit Wohnsitz in Münster angeordnet. Zum Zeitpunkt der Flucht am Dienstag lag dem 56-Jährigen die Entscheidung des Bundesgerichtshofes vor, dass das Urteil des Landgerichts Dortmund rechtskräftig ist. Der Haftantrittsbescheid für seine lebenslange Haftstrafe sollte ihm noch zugestellt werden. (APA/dpa)

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