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Sinnenfrohe Fluchten: Franz Mölk in der Galerie Flora

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Titellose Arbeit aus Franz Mölks neuem Zyklus „Vertreibung aus dem Paradies“. Zu sehen in der Galerie Flora.
© Schlocker

Innsbruck – Franz Mölk ist keiner jener Künstler, die das Bedürfnis haben, sich ständig neu erfinden zu müssen. Ist der Tiroler Maler und Grafiker im Gegenteil doch einer, der es liebt, sich selbst zu zitieren, das einmal Formulierte kreativ weiterzudenken. Und so sind die Begegnungen mit der einzigartigen Fabulierkunst von Franz Mölk immer wieder ein Fest für die Augen von Kunstfreunden, die es poetisch mögen. Um sich in dem Zyklus seiner neuen Arbeiten mit allen Sinnen aus dem Paradies vertreiben zu lassen. Was ein höchst lustvolles Unterfangen zu sein scheint, sind es doch tanzende, elegant sich verbiegende junge Körper, die hier zugange sind.

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Sie sind meist fast nackt, ihre Augen sind gern verbunden, was sie nicht davon abhält, gegen Wände und Türen zu rennen, sie auf ihrer Flucht aus offensichtlich nicht wirklich paradiesischen Gefilden in oft sehr profane zu durchbrechen. Um hart zwischen Kartonagen oder Einkaufswägen zu landen, was die Flüchtenden nicht davon abhält, mit diesen ein Tänzchen zu wagen. Das Ambiente, in dem sich dieses Geschehen abspielt, ist allerdings mehr in Gehirnen als in der konkreten Wirklichkeit angesiedelt. Die Schwerkraft gilt hier nicht, es gibt kein Vorne und Hinten, die Geschlechter sind divers.

Der Maler Franz Mölk ist letztlich ein Zeichner, der es liebt, die von ihm erfundenen Figuren weiß zu höhen. Nur ein Bild fällt in seiner dicht gemalten dunklen Farbigkeit aus dem bei Mölk gewohnt manierierten Rahmen. Und zeigt, dass dieser es – wenn er mag – auch ganz anders kann. (schlo)

Ausstellung

Galerie Flora. Herzog-Friedrich-Straße 5, Innsbruck; bis 12. Februar, Di–Fr 15–19, Sa 10–13 Uhr. Bis 6. Jänner geschlossen.


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